Die Bundesregierung will die nordirakischen Peschmerga-Kurden im Kampf gegen IS mit militärischer Ausrüstung unterstützen. Wie die dort ankommen, erklärt DRadio-Wissen-Reporterin Anna Kohn.

Damit die Ausrüstungsgegenstände wie Helme, Zelte oder Lkws im Nordirak ankommen, gibt es mehrere Möglichkeiten, erklärt Anna Kohn:

  1. Die Bundeswehr kann die Lieferungen per Schiff in einen türkischen Hafen bringen - nach Trapzon zum Beispiel.
    Der Nachteil: Das würde relativ lange dauern.
  2. Die Lieferungen könnten in den Nordirak geflogen werden.
    Der Nachteil: Die großen Transportflugzeuge sind zurzeit alle belegt, erklärt der Sicherheitspolitische Experte des Deutschlandradios Rolf Clement.
"Kleinere Flugzeuge stehen sicherlich zur Verfügung, aber da kriegt man nur ein oder zwei Geräte pro Flug rein. Das wird alles zurzeit geprüft bei der Bundeswehr, kann aber relativ lange dauern."
Rolf Clement, Deutschlandradios

Die dritte Möglichkeit: Die Bundeswehr mietet sogenannte Antonov-Flugzeuge an, das sind die größten Transportflugzeuge der Welt.

Die Gegenstände, die Bundeswehr in den Nordirak liefern will, stammen aus den eigenen Beständen: Ausrüstungsgegemstände wie Helme und Betten, aber auch Unimogs, die Bundeswehr seit den 70er Jahren angeschafft hat. Waffen sind vorerst nicht dabei. Frankreich will Waffen in den Nordirak liefern. Dabei würde es sich aber eher um ältere Modelle handeln, vermutet Rolf Clement.

Augen zu und durch

Bleibt natürlich die Frage, wie Deutschland und Frankreich sicher gehen können, dass die Waffen und die Ausrüstung, die sie an die Peschmerga liefern, nicht in die falschen Hände geraten. Ganz sicher könne man da natürlich nie sein, sagt Rolf Clement.

"Natürlich macht man sich da vorher Gedanken drüber. Ich glaube nicht, dass Staaten wie Frankreich oder die USA ein wirkliches Interesse daran haben, zu wissen, wo das hinkommt. Da sagt man lieber: Das wollen wir gar nicht wissen."
Rolf Clement