Es gibt Momente im Leben, da ist Lachen einfach das Unangemessenste, was uns passieren kann. Auf einer Beerdigung, beim Referat oder mitten in einer Live-Sendung zum Beispiel. Und trotzdem passiert es, dass wir einfach nicht mehr aufhören können zu lachen.

Lachanfälle sind oft ein Ausdruck von Unsicherheit, gerade in der Pubertät, sagt der Lachforscher Rainer Stollmann. Ein extremes Beispiel sind KZ-Gedenkstätten. Selbst da passiert es, dass Schüler manchmal loslachen müssen. "Es kann sein, dass auch die Schüler fassungslos vor diesen Bildern stehen und das kann auch zu diesem Lachen führen." Das sei dann nicht verächtlich oder zynisch, sondern einfach eine eruptive Explosion.

Unbewusste Reaktion

Der Psychologe Michael Tietze setzt Humor in seiner Therapie ein. Er sagt: Lachen ist "ein Aufbegehren gegen die Normen von Verstand und Moral, die das Leben des Erwachsenen eindeutig definieren".

"Es ist im Grunde eine unbewusste Reaktion, die man mit George Orwell erklären kann, der mal gesagt hat: Das Lachen ist eine kleine Revolte. Also das heißt, ein Aufbegehren."

Der Lachforscher Rainer Stollmann sagt, dieses ungewollte Loslachen, das sei wie gekitzelt werden. Der Körper lasse völlig los. Wenn eine Person, die gerade öffentlich im Rampenlicht steht beispielsweise: "Man darf da nicht seinen körperlichen Regungen folgen. Und wenn das einer macht, ist die Autorität so verletzt, dass man darauf mit völligem Kontrollverlust antwortet."

Einfach weiterlachen

Und wenn wir dann erst mal lachen, ist es oft schon zu spät. Der Lachforscher Rainer Stollmann sagt, es gebe keine sichere Methode, um Lachanfälle zu unterbinden. "Da kann man sich dann vielleicht kneifen oder versuchen ein Pokergesicht zu machen. Oder an den Himmel gucken, sich ablenken." Und auch Psychologe Tietze meint, Lachen unterdrücken, das wird kaum gelingen. Und es ist auch nicht gut. Deswegen: Weiterlachen.

"Ich muss den Mut haben, in die Position des freiwilligen Clowns hineinzukommen, und dann muss ich das so verstärken, dass es schlimmer einfach nicht mehr geht."
Michael Tietze, Psychologe

Mut zur Lächerlichkeit raten deshalb beide Experten. Für einen Lachanfall entschuldigen muss sich übrigens niemand. Aber es kann – je nach Situation – hilfreich sein, ihn zu erklären, wenn man sich wieder beruhigt hat.