Wenn wir lachen, sind wir meistens eigentlich gut drauf. Aber Lachen und Kitzeln sei vor allem ein Mittel der Entwöhnung und hat auch mit Angst zu tun, so der Lachforscher Rainer Stollmann. Er hat uns auch verraten, warum hässliche Männer oft witziger sind.

Das Lachen eines Menschen kann vieles sein: Still und leise, es kann gruselig oder mitleidig klingen, auch kann es laut und unkontrolliert sein. Manchmal bleibt uns dabei sogar die Luft weg. Das herzhafte Lachen, das wir nicht kontrollieren können, sei das ursprünglichste Lachen, sagt unser Reporter Christian Schmitt: "Weil es vergleichbar ist mit unserem Reflex, wenn wir gekitzelt werden. Wir wehren zwar ab, müssen aber lachen und können nichts dagegen tun."

“Alles Lachen entsteht durch Kitzeln. Und zwar nicht nur durch körperliches Kitzeln, sondern, wenn sie Loriot gucken, kitzelt der die nationale Haut der Deutschen. Und an ihr die sensiblen Stellen."
Rainer Stollmann, Lach- und Kulturforscher

Lachen zur Entwöhnung

Werden diese sensiblen Stellen genau richtig getroffen, mit dem richtigen Druck, mit dem richtigen Timing stimuliert, dann müssen wir lachen. Genau wie beim Kitzeln, sagt Christian Schmitt. Aber warum müssen wir lachen, wenn wir gekitzelt werden - sowohl, wenn jemand Hand an uns legt als auch im übertragenen Sinn?

Kitzeln sei eine wichtige Einrichtung der Natur, wenn Kinder das schützende Elternhaus verlassen, sagt der Lachforscher Rainer Stollmann. Das gelte für uns Menschen wie auch für manche Tiere -  je nachdem wie hoch sie entwickelt sind.

"Lachen ist ein Mittel der Entwöhnung. Es wurde erfunden von Säugetiermüttern vor Achtmillionen Jahren, die ihre Kinder loswerden wollten."
Rainer Stollmann, Lach- und Kulturforscher

Zwischen Mutter und Kind entwickelt sich von Natur aus eine hohe Bindung. Doch weil das Loswerden in der Natur nicht geregelt ist, sei Kitzeln ein Ausweg aus dieser Notsituation der Entwöhnung, ein scherzhafter Angriff, so der Lachforscher.

Lachen gegen unsere Urängste

Den Widerspruch von intimen Berührungen, die doch unangenehm seien, können wir nicht deuten, das verwirrt uns und wir wissen nicht wohin mit unseren Gefühlen. "Sie geben also widersprüchlichen Signale und dann staut sich was und dann platzt es", sagt Rainer Stollmann. So funktioniert Kitzeln, und so funktionieren auch Witze. 

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Lachen lässt uns unsere Sorgen vergessen, es lockert den Alltag auf, es macht, dass wir uns gut fühlen. Vor allem aber gilt auch: Es ist ein Mittel, dass von unseren Urängsten ablenken soll. So hat es der Psychologe Sigmund Freund beschrieben: Lachen ist für ihn ein Mittel, wenn die Angst vergeht. Ein Beispiel: "Kommt ein Mann zum Arzt ..." - Am Ende solcher Witze stehe das Skelett, sagt Rainer Stollmann. Die Todesangst sei die Mutter aller Ängste, so der Forscher. 

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Witze haben in unserem Miteinander aber noch eine ganz andere Funktion. Wenn Männer Witze erzählen, dann sei das eigentlich das Mittel der hässlichen Männer sich im Kampf der Geschlechter gegen die aussehenden Männer durchzusetzen, um Frauen zu beeindrucken: Beta-Männchen versus Alpha-Männchen, so der Lachforscher Rainer Stollmann.

"Die Alpha-Männchen sind sicher, haben Muskeln und sind schön. Und die Beta-Männer sind hässlich. Sie müssen deshalb die Frauen zum Lachen bringen um auch ne Chance zu haben."
Rainer Stollmann, Lach- und Kulturforscher

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