Bis zu 15 Zentimeter Schnee in zwei Stunden: Im Osten der USA schneit es heftig. Verantwortlich dafür ist ein bestimmtes Wetterphänomen – was es in abgeschwächter Form auch in Deutschland gibt.

Im Bundesstaat New York hat es geschneit, und zwar heftig. Rund zwei Meter Schnee fielen zum Beispiel in der Stadt Orchard Park. Teilweise kamen 15 Zentimeter Schnee innerhalb von zwei Stunden vom Himmel. Die Gesamtmenge Schnee, die in kurzer Zeit gefallen ist, könnte alte Rekorde brechen.

Mit ein Grund für die großen Schneemassen ist der sogenannte Lake Effect. Den gibt es vor allem in den Gebieten rund um die großen Seen in den USA, also die Seen zwischen New York und Chicago und weiter nördlich.

Wenn kalte Luft auf feucht-warme trifft

Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst erklärt den Effekt so: Wenn sehr kalte Luft über die vom Sommer noch warmen Seen strömt, dann entsteht ein Temperaturgefälle. Das reißt die warme und feuchte Luft nach oben. Dort kühlt sie sich wiederum ab, Wasser kondensiert und gefriert – es schneit.

Rund um die Großen Seen ist der Lake Effect bekannt, sagt Andres Friedrich. Alle paar Jahre ist er zu beobachten.

Auch in Deutschland gibt es das Phänomen, aber in deutlich abgeschwächter Form. Zu beobachten ist es laut Andreas Friedrich an der Ostsee, zum Beispiel auf der Insel Rügen. In den vergangen Jahren gab es hier teilweise bis zu 40 Zentimeter Schnee in relativ kurzer Zeit. "Allerdings sind die Gegensätze zwischen den höheren Luftschichten und dem Wasser der Ostsee nicht so groß wie in den USA", sagt Andreas Friedrich. Deshalb seien extreme Schneefälle in Deutschland viel unwahrscheinlicher.

"Tage mit Schnee in Deutschland sind aufgrund der Erderwärmung deutlich seltener geworden."
Andreas Friedrich, Deutscher Wetterdienst

Insgesamt schneit es in Deutschland heute weniger als früher. So fiel zum Beispiel in Berlin zwischen 2008 und 2018 im Schnitt an 27 Tagen pro Jahr Schnee. Das sind neun Tage weniger als im Vergleichszeitraum 1961 und 1990.

Auch in anderen Städten ist das so:

  • Hamburg: 3 Tage weniger
  • Dortmund: 5 Tage weniger
  • Köln und Frankfurt a.M.: 8 Tage weniger
  • München: 20 Tage weniger
  • Moderation:  Rahel Klein
  • Gesprächspartner:  Andreas Friedrich, Deutscher Wetterdienst