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Aleks und Julian erfüllen sich einen Traum und ziehen raus aus der Großstadt, auf einen alten Hof in der Eifel. Auch wenn die Pandemie ihre Möglichkeiten auf dem Land einschränkt – das Stadtleben vermissen sie bisher kaum.

Im Sommer 2020 haben Aleks und Julian genug von Köln: Das Paar kauft sich einen Hof in einem 1600-Seelen-Ort in der Eifel, inklusive 400 Quadratmeter Garten, einem sanierbedürftigen Haus und ein paar Nebengebäuden.

Aleks und Julian sehnen sich nach Landleben

Nach monatelangen Sanierungsarbeiten ziehen sie im Januar 2021 ein. Ihre erste Bilanz nach einigen Wochen auf dem Land: Wegen des Lockdowns habe sich das Leben nicht wirklich verändert, meint Julian. "Es ist ruhiger geworden", sagt Aleks. Darüber freue sie sich.

Der Wunsch aufs Land zu ziehen, kam nicht wegen der Pandemie, sagt das Paar. Aber: "Corona hat das bestimmt begünstigt. Wir hatten im ersten Lockdown Zeit, uns intensiver damit auseinanderzusetzen", erklärt Julian.

Ob sie wegziehen wollen, war dabei nicht die Frage, sondern wie sie ihre Pläne umsetzen können: Wie finanziert man einen Haus-Kauf? Wie saniert man alte Gebäude?

"Die Idee ist auf jeden Fall älter als Corona."
Julian über ihre Pläne, aufs Land zu ziehen

Mit ihren Jobs müssen die beiden auch nicht ständig in der Großstadt sein. Aleks arbeitet im Außendienst, deswegen ist es für sie nicht wichtig, wo sie wohnt: "Es macht für mich keinen großen Unterschied, ob ich aus Köln raus muss, um zu meinen Kunden zu kommen, oder ob ich mein Auto vor der Haustür parke und von dort aus losfahre." Julian hat ein Werkstatt-Atelier in Köln, das er immer noch betreibt. Deswegen teilt er sich die Zeit zwischen Eifel und Domstadt auf.

Leben auf dem Dorf: Naturspektakel statt Kultur-Angebote

An ihrem neuen Leben genießen sie, dass sie abends am Kamin sitzen, wo das selbstgehackte Holz brennt. "Das fühlt sich tatsächlich für uns beide ein bisschen wie Urlaub an", schwärmt Julian. "Aus der Tür raus ins Grüne fallen ist toll", sagt der 33-Jährige. Und wenn sie spazieren gehen wollen, haben die beiden jetzt die Natur ganz nah. "Man kriegt die Jahreszeiten viel besser mit", meint Aleks. Im Winter gibt es in der Eifel mehr Schnee als in Köln, und man bekomme auch mehr Sonne ab, weil alles nicht so dicht bebaut sei.

"Bei traumhaften Sonnenschein zwei Stunden Fahrradfahren – das macht Spaß."
Julian über die Vorteile des Landlebens

Ob sie die kulturelle Vielfalt der Stadt - Konzerte oder Restaurants - vermissen, können sie noch nicht einschätzen. Schließlich hat auch in der Stadt Pandemie-bedingt gerade alles zu. "Ich habe schon in gewissen Belangen das Gefühl, dass mir Dinge fehlen, aber ich habe die Vermutung, dass das fast mehr mit der Pandemie als mit dem Wohnort zu tun hat", sagt Julian.

Beide glauben, dass die Sanierung des Hofs sie auf Trab halten wird, auch wenn es auf dem Land nicht so viele Möglichkeiten gibt, sich zu amüsieren. "Man kann ja auch in der Stadt die Fülle des Angebots gar nicht im vollen Maße genießen", sagt Julian.

"Es gibt so viel zu tun – Langeweile ist auf jeden Fall auf lange Zeit ausverkauft."
Julian über die Sanierung des Hofs

Wegen Corona hatten Aleks und Julian bis jetzt noch nicht so viel Kontakt zu anderen Dorfbewohnern: "Die Vereine haben zu, die Feste sind ausgefallen, die ganze Wirtschaft hat zu", so Julian.

Sie wollen, sobald es geht, dem örtlichen Tennis-Club beitreten und die Dorf-Feste nicht verpassen. "Ich freue mich auf jeden Fall auf die ganzen Partys hier", sagt Aleks. Sie will auch unbedingt Menschen auf ihren eigenen Hof einladen. "Wir sind unglaublich gerne Gastgeber."

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Obwohl sie im Moment ganz begeistert sind, erlauben es sich Aleks und Julian doch auch, an dem Vorhaben zu scheitern: "Wenn wir in ein paar Jahren feststellen, dass uns aus irgendeinem Grund das Leben hier nicht mehr glücklich macht, dann kehren wir, wohin auch immer, zurück", sagt er. "Am Ende wird die Zeit zeigen, ob es wird, wie man sich das wünscht."