Digitales und Landwirtschaft gehören längst zusammen - auch im Netz. Julia Nissen zum Beispiel bloggt als Deichdeern über ihr Leben auf einem Hof. Es geht aber nicht allein um hippe Landwirtschaftsromantik, sondern auch um Politik. Der Preis "agrarheute digital future awards" zeichnet Landwirte im Netz aus.

Instagram und Co sind nicht nur was für "so schön sieht mein Teller aus" oder "so dünn bin ich". Die sozialen Medien werden längst auch von Landwirten und Landwirtinnen genutzt. Sie erzählen vom Leben auf dem Bauernhof, über Besamungstechnik oder ihre politischen Forderungen.

Bloggende Landwirte

Dass Landwirte sozialen Medien nutzen, soll mit dem agrarheute digital future awards bekannter und auch gefördert werden. Der Preis geht an Bäuerinnen und Bauern, die sich im Netz an der Meinungsbildung beteiligen und anderen ihren Alltag näher bringen, die sonst so gar nichts mit Landwirtschaft am Hut haben. Gefördert wird der Preis unter anderem von einem Chemiekonzern und einem Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen. Schirmherrin des Preises ist Dorothee Bär, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Bei dem Preis gibt es drei Kategorien. Für "Influencer/Blogger des Jahres" ist zum Beispiel Julia Nissen nominiert.

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Die 32-Jährige lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof in Nordfriesland. Sie bloggt unter dem Namen Deichdeern und will Städtern zeigen, dass es auf einem Hof gar nicht so lahm zugeht, wie sich das Städter eben so vorstellen.

"Auf dem Land ist es total lebenswert und nicht so uncool, wie manche vielleicht denken. Wir haben hier tolle Menschen, die eigene Geschichten zu erzählen haben."

Im Blog stellt Julia Nissen andere Landwirte vor. Sie erklärt auch technische Geräte oder Apps wie zum Beispiel das Tinder für Rinder. Damit können Bauern und Bäuerinnen die passenden Samenspender für ihre Kühe suchen. Und sie organisiert eine Trecker-Mitfahrzentrale. Die Idee stammt von ihrem dreijährigen Sohn, erzählt Julia Nissen auf ihrem Blog. Der habe sie mal gefragt, warum nicht alle Kinder Trecker fahren dürfen so wie er. Eine Antwort hatte sie nicht.

Deshalb entstand die Trecker-Mitfahrzentrale: Bislang haben 300 Mal junge Familien und Landwirte gemeinsam eine Tour auf einem Trecker gemacht. Bilder dazu gibt es unter dem Hashtag #BlablaTrecker.

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In der Kategorie "Bestes Team" ist unter anderem Mykuhtube nominiert. Die Plattform begleitet 18 Milchbauern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Da geht es teils um richtige Landmaschinen in Action mit Erklärung, was da wie genutzt wird. "Das gehört dann in die Kategorie 'Blechporn'", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Aber auf Mykuhtube geht es auch um politische Positionen.

"Hier werden auch Standpunkte gezeigt, die vermutlich viele von uns, die mit konventioneller Landwirtschaft nichts am Hut haben, so sonst nicht mitbekommen."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Dass Bäuerinnen und Bauern stärker in den soziale Medien präsent sind, ist eigentlich nicht überraschend. Die Landwirtschaft auf vielen Höfen ist selbst mittlerweile durch Automatisierung und auch Digitalisierung geprägt. Digitale Anwendungen sind kein Neuland für Landwirte. Warum also nicht auch die digitalen Medienkanäle nutzen?