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Wenn das Internet zu lahm ist, gibt es Geld zurück. Das soll bald möglich werden. Dafür müsst ihr aber eure Internetgeschwindigkeit kontrollieren.

Langsames Internet nervt. Vor allem, wenn technisch zuhause alles in Ordnung ist und im Vertrag etwas von 50 MBit steht, bei euch aber nur ein Bruchteil davon ankommt. Bisher können Userinnen und User wenig dagegen tun: Sie können den Internet-Provider auffordern, die Situation zu verbessern, aber wenn der nicht reagiert, war es das. Letzte Möglichkeit: Vertrag kündigen bei der nächsten Gelegenheit. Aber das kann ja auch teilweise bis zu zwei Jahre dauern.

Nun hat die Bundesnetzagentur aber eine Änderung beschlossen, die vor allem die Rechte der Kundinnen und Kunden stärken. "Wir können dann nämlich, wenn die Internetgeschwindigkeit zu gering ist, den Rechnungsbetrag kürzen", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler. Wenn statt der bestellten 50 MBit/s nur 25 MBit/s ankommen, müssen auch statt 30 Euro nur noch 15 Euro pro Monat bezahlt werden.

Erst die Geschwindigkeit prüfen, dann Rechnungsbetrag kürzen

Kundinnen und Kunden dürfen aber nicht pauschal den Betrag kürzen, die lahme Internetgeschwindigkeit muss nachgewiesen werden. Dafür gibt es ein Tool der Bundesnetzagentur: Breitbandmessung. Das ist eine installierbare Software für den Computer oder auch als App für iPhones und Android-Smartphones, erklärt Konstantin Köhler: "Das Tool funktioniert auch gut und ist einfach zu bedienen."

Mit der Software müssen mehrere Geschwindigkeitsmessungen hintereinander gemacht werden: jeweils zehn Messungen an zwei verschiedenen Tagen. "Dann gibt es verschiedene Kriterien, die darüber entscheiden, ob die Person ein Recht hat, weniger zu bezahlen oder nicht", sagt unser Reporter. "Hier muss zum Beispiel bis auf ein Mal immer die garantierte Geschwindigkeit erreicht werden, in der Regel sogar die Maximalgeschwindigkeit, davon darf nur wenig abgewichen werden."

"Das Internet ist bei nur einem Viertel der Nutzerinnen und Nutzer so schnell, wie es sein soll."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Das zu langsame Internet ist durchaus ein Problem, das geht aus den Berichten der Bundesnetzagentur hervor. Die aktuelle Messung läuft noch ein paar Wochen, deshalb gelten die Zahlen bis September 2020 – da war es so, dass ein Viertel aller Nutzerinnen und Nutzer von Festnetzinternet die volle vertraglich vereinbarte Internetgeschwindigkeit erhalten hat. Bei drei Vierteln war es also weniger.

Beim Mobilfunk sehen die Zahlen schlechter aus. Nur jede fünfte Person erhält hier mindestens die Hälfte der versprochenen Datengeschwindigkeit. "Jetzt könnte man meinen: Das Mobilfunknetz in Deutschland ist einfach schlecht", sagt Konstantin Köhler. "Man könnte aber auch sagen: Vielleicht sollten die Mobilfunkprovider einfach ehrlicher angeben, welche Geschwindigkeiten realistisch sind."

So schlecht ist die Internet-Geschwindigkeit im Mobilfunk nämlich eigentlich nicht, erklärt Konstantin Köhler – nur sind die im Vertrag angegebenen Geschwindigkeiten in der Regel viel zu hoch.