Die Verschwörungstheorien, die nach dem Anschlag von Las Vegas entstanden sind, klingen krude: Es habe keine Toten gegeben, sondern alle Beteiligten seien nur Schauspieler gewesen. Solche Unwahrheiten verbreiten sich ungeprüft und schnell im Netz.

Der vermeintliche Massenmord sei nur deshalb inszeniert worden, um schärfere Waffengesetze in den USA durchzusetzen, behaupten etwa Nutzer auf Twitter. Sie suchen nach Beweisen für ihre Thesen und meinen Unstimmigkeiten in der Berichterstattung zu finden.

Ein altes Phänomen

Carla Schieb ist Kommunikationswissenschaftlerin an der Uni Münster und untersucht solche Verschwörungstheorien. Sie sagt, es habe solche Theorien schon immer gegeben. Besonders in Krisenzeiten fänden diese Verbreitung. So hätten die Menschen im Mittelalter etwa die Juden bezichtigt, die Pest zu verbreiten.

"Die Echtheit von Informationen ist im Netz kaum überprüfbar. Expertenwissen steht neben Laienwissen. Da ist Wahrheit, Fiktion und kruder Spaß kaum auseinanderzuhalten."
Carla Schieb, Kommunikationswissenschaftlerin

Aber hilft es dann nicht den Verschwörungstheoretikern, wenn Medien über sie berichten? Schieb erklärt, dass das Thema an sich ja  gesellschaftlich relevant sei. Schwierig würde es nur, wenn ein Beitrag über das Attentat von Las Vegas im Titel etwa die Kernthese der Verschwörungstheoretiker wiederholt. Das verkürze die Geschichte und die Fakten würden auf der Strecke bleiben.

Gute Recherche als Gegenmittel

Laut Schieb können gut recherchierte Artikel ein Mittel sein, um Verschwörungstheorien zu entkräften. Auch Seiten wie der Faktenfinder der Tagesschau oder der Verein Mimikama seien gute Hilfsmittel. Ein Werkzeug, das immer gegen die Verbreitung von Unwahrheiten hilft, gebe es aber leider nicht, so Schieb.