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Aus Sparzwang kleine Fächer wie Latinistik abschaffen? Womöglich besser nicht. Sie werden für Wissenschaft und gesellschaftliche Debatten gebraucht.

Die Martin-Luther-Universität muss sparen. Der Rektor hat überlegt, ob man auf kleine Fächer wie Gräzistik, Latinistik oder andere verzichten kann. Fächer heißen dann "kleine Fächer", wenn eine bestimmte Anzahl an Professuren für dieses Fach unterschritten wird.

In der Regel sind diese Fächer auch eher unbekannt und werden von wenigen Studierenden belegt.

Kleine Fächer werden gebraucht

Einerseits ist es nachvollziehbar, wenn Unis eher bei den kleinen Fächern spart als an Jura, BWL oder Medizin.

Doch Katharina Bahlmann, stellvertretende Leiterin der Arbeitsstelle für kleine Fächer an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, will für Latinistik und Co. eine Lanze brechen. Sie sagt:

Kleine Fächer sind für gesellschaftliche Debatten wichtig. Sie liefern eine Vielfalt von Perspektiven und bereichern Diskurse. "Die Komplexität von wissenschaftlichen Fragestellungen spricht für ein breites Fächerspektrum", sagt Katharina Bahlmann.

"Die kleinen Fächer bilden überschaubare Größeneinheiten und lassen sich aus Sicht der Hochschule gut heraustrennen."
Katharina Bahlmann, Uni Mainz

Wenn Universitäten Geld sparen müssen, gebe es eigentlich nur zwei Optionen, sagt Bahlmann. Entweder wird in der Breite an einzelnen Stellen gekürzt. Oder die Universitäten streichen ganze Bereiche. Das sei meistens mit einer Profilneuausrichtung verbunden.

Bahlmann sagt, dass die kleinen Fächer schnell in den Fokus geraten. Denn sie haben überschaubare Größen, deshalb seien sie deutlich leichter zu streichen oder umzubauen als große Fächer.

Ausgestorben ist zumindest seit dem Betrachtungszeitraum ab 1997 noch kein kleines Fach.