Forschende einer noch laufenden Studie sagen, dass es unwahrscheinlich sei, dass sich eine Person, die sich bereits einmal mit dem Sars-CoV-2 infiziert hat, innerhalb von sechs Monaten noch einmal damit ansteckt.

Seit April läuft die groß angelegte Studie an der Oxforder Uniklinik. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden, ob und in welchem Zeitraum eine wiederholte Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus möglich ist und wie eine erneute Ansteckung verläuft.

Die Forschenden erhoffen sich dadurch, Schlüsse über eine mögliche Immunität und deren Dauer machen zu können. Es gibt bereits vorläufige Erkenntnisse, allerdings ist die Studie noch nicht abgeschlossen.

"Die Studie läuft noch: Es kann sein, dass viele Menschen nach einer Infektion noch länger immun sind als sechs Monate."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski fasst die vorläufigen Erkenntnisse einer Studie der Universität Oxford zusammen

Seit April 2020 werden regelmäßig rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oxforder Universitätsklinik getestet – und zwar sowohl auf Antikörper als auch auf eine Infektion mit Sars-Cov-2, dem neuartigen Coronavirus.

Die Studie wird größtenteils von denselben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchgeführt, die vor ein paar Wochen eine weitere Studie als Pre-Print veröffentlicht haben. Bei dieser Studie hatten die Forschenden herausgefunden, dass die Zahl der Antikörper sich nach einer Coronavirus-Infektion nach und nach verringert.

Bisherige Ergebnisse zum Schutz durch Antikörper

Nicht nur der Schutz, den Antikörper bieten können, interessiert die Forschenden, sie suchen in dieser Studie auch nach Hinweisen auf eine weitere, zelluläre Immunität.

Diese neue, noch laufende, Studie zeigt jetzt, dass bei diesen regelmäßigen Tests im letzten halben Jahr nur drei von 1246 Personen, die schon einmal infiziert waren und Antikörper hatten, noch einmal positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Neuinfizierte mit Antikörpern hatten keine Symptome

Des Weiteren: Von diesen Testpersonen hatte keine einzige Person Symptome. Im Gegensatz dazu wurden von denjenigen, die keine Antikörper hatten, 165 positiv auf das Coronavirus getestet.

Von diesen Probanden hatten 89 Personen Symptome, 76 wurden ohne Symptome positiv getestet.

Verschiedene Personengruppen müssen untersucht werden

Da die 12.000 untersuchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Durchschnitt 38 Jahre alt und gesund waren, können aufgrund dieser Studie bisher keine Aussagen darüber gemacht werden, wie es mit der Immunität und dem Krankheitsverlauf bei älteren Menschen, Kindern und Menschen, die weniger gesund sind, aussieht.

Die bisherigen Studienergebnisse müssen als erste Anhaltspunkte gesehen werden, ordnet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski die Erkenntnisse ein.

Unklar, ob erneut Infizierte ansteckend sind

Eine wichtige Frage ist außerdem, inwiefern Leute, die ein zweites Mal infiziert sind, aber keine Symptome aufweisen, trotzdem für andere ansteckend sind.

Außerdem interessiert die Forschenden weiterhin, ob die Tatsache, dass jemand sich schon einmal mit dem Coronavirus infiziert hatte, dann auch beeinflusst, wie schwer eine Neuinfektion verläuft.

Ab wann die spezifische Abwehr durch die vorherige Infektion zu schwach wird, um eine Neuinfektion mit dem Coronavirus zu verhindern, wollen die Forschenden in den kommenden Monaten genauer untersuchen.