Ein Kammermusiksaal, der zur Waldlichtung wurde, eine exklusive Album-Vorstellung, eineinhalb Stunden gespannte Aufmerksamkeit und zweihundert sehr glückliche Gesichter. Das war das Radiokonzert mit L’aupaire.

"Flowers" heißt die Platte, die Robert Laupert alias L’aupaire mit seiner Band vorgestellt hat. Vom ersten bis zum letzten Song. Dazu hat der Herr mit dem Wuschelkopf Geschichten ausgepackt. Immer wieder hat er von Budapest erzählt.

2013 nahm er all sein Geld und zog sich in die Wohnung seiner Großmutter zurück. Er wollte herausfinden, worauf es ihm ankommt im Leben und wo er hin will mit seiner Musik. In der einsamen Wohnung in Budapest fand Robert seine musikalische Sprache und schrieb seine ersten Songs. Es war der Anfang von L'aupaire.

Der nächste große Anfang ist sein Debüt-Album. Die Tracklist für die Platte zu finden, war für Robert Laupert eine ganz eigene Prüfung. Welche Songs sollen auf die Platte? Und vor allem: Wie soll die Reihenfolge sein? Mutter und Freunde wurden in die Entscheidung mit einbezogen, seine Plattenfirma hat er mit der fehlenden Entscheidungslust halbwegs wahnsinnig gemacht.

Seit einem halben Jahr stehen aber die zwölf Songs, aus denen sich "Flowers" zusammensetzt und die L’aupaire den 200 Zuschauern im Deutschlandfunk-Kammermusiksaal exklusiv vorstellte. Die Bühne des Saals hatte die L’aupaire-Crew passend zum Albumtitel in einen Wald aus Pflanzen und Palmen in Töpfen verwandelt. Immer wieder betonte L’aupaire wie sehr er sich freut, genau dieses Konzert in genau diesem Rahmen zu spielen.

Vor einigen Jahren hatte er sich an der Kölner Musikhochschule beworben, war aber abgelehnt worden. Klar, dass die Genugtuung groß war, in einem Saal zu spielen, in dem normalerweise klassische Konzerte stattfinden, und der einfach fürs Musikmachen gebaut wurde. Anfangs verkrampfte ihn die Ehrfurcht ein bisschen, aber sehr schnell wurde Robert Laupert locker, erzählte seine Stories dem Publikum vor Ort und am Radio, tanzte ausgelassen und mit seiner Band.

Eigentlich hätte er Geschenke verdient, stattdessen beschenkte L’aupaire das Publikum mit Blumen. Indirekt zumindest. Für jeden der Zuschauer gab’s ein Tütchen Saat der Sorte "Blumenwiese". Auf dass bald überall L’aupaire-Blumenwiesen wachsen.