Elite-Uni hinschmeißen und sich alles, was man fürs Leben braucht, selbst draufschaffen. Ben Paul hat’s gewagt und ist glücklich damit. Er hat das Projekt "anti-uni.com" gegründet, um für sich und andere nach Alternativen zum akademischen Bildungsweg zu suchen.

Wer studiert hat, kennt das Gefühl: Für eine Prüfung lernt man Dinge auswendig, von denen man weiß, dass man sie nie wieder brauchen wird. Nächte werden damit verbracht, Hausarbeiten über Themen zu schreiben, die einen nicht wirklich interessieren. Und immer wieder gehen einem die gleichen Fragen durch den Kopf: Hilft mir das dann später wirklich im Job weiter? Ist es nicht wichtiger über gewisse soziale Kompetenzen zu verfügen: überzeugen zu können, selbstsicher aufzutreten und kompetent zu wirken. Und kann man das alles wirklich an der Uni lernen?

Was muss ich tun, um glücklich zu sein

Irgendwann hatte Ben Paul die entscheidende Eingebung: Er merkt, dass das Hochschulstudium an der Elite-Uni nicht das ist, wofür er sich interessiert. Und viel wichtiger: Er hat zwar mit dem Uniabschluss gute Jobaussichten und Verdienstmöglichkeiten, aber würde das ihn wirklich glücklich machen?

"Ich stelle mir meine Bildung selbst zusammen und lerne Dinge, die ich wirklich lernen will – und die mich persönlich weiterbringen. Ich habe einen Weg gefunden, mich für das Lernen bezahlen zu lassen. Ich verdiene also gerade sogar Geld damit, dass ich Dinge lernen und ausprobieren kann, die ich sowieso lernen möchte."

Er stellt fest, dass er eigentlich studiert, weil seine Eltern das von ihm erwarten. Und er beschließt das Studium an der Elite-Uni hinzuschmeißen. Doch dann steht er vor der Aufgabe, seinen Eltern zu erklären, wieso er sich so entschieden hat. Und natürlich vor der Frage, was er stattdessen machen möchte. Kein einfaches Unterfangen. Doch die Entscheidung die Uni abzubrechen, hat er bis heute nicht bereut.

Interview mit Education-Hacker Ben Paul