Wenn unsere Lebensmittel aus der Region kommen, ist das (je nachdem) ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Das Problem dabei: Wo regional draufsteht, ist oft kein regional drin.

Das Problem kennen wir auch von Fairtrade- oder Bio- Siegeln: Nicht immer wissen wir genau, ob das Etikett wirklich hält, was es verspricht. Bei Lebensmitteln, die vom Händler als "regional" gekennzeichnet sind, ist das ähnlich, sagt Andreas Winkler von Foodwatch: Regional kann so ziemlich jeder auf seine Produkte schreiben.

"Das können sie im Grunde immer machen, wann sie wollen. Das Problem sind die Begriffe: Regional, Herkunft, Heimat sind nicht gesetzlich geschützt."
Andreas Winkler, Foodwatch

Somit können Lebensmittelhersteller legal mit regionaler Herkunft werben, auch wenn sich das mit der tatsächlichen Herkunft der Lebensmittel nicht deckt.

Kennzeichnungspflicht für Hersteller

20 oder 50 Kilometer entfernt, der eigene Landkreis oder Bundesland: Was genau ist eigentlich regional? So einfach kann das auch Andreas Winkler nicht beantworten. Für Foodwatch ist vor allem wichtig, dass Hersteller per Gesetz zu einer Kennzeichnung verpflichtet werden und die Herkunftsländer ihrer Hauptzutaten angeben müssen. Wenn Produkte nicht als regionales Produkt hergestellt werden können, dann können sie auch nicht als regionales Lebensmittel vermarktet werden, so Winkler.

"Wenn mit Herkunft geworben wird, dann muss das auch durch die tatsächliche Herkunft der Zutaten gedeckt werden, zumindest für die Hauptzutaten."
Andreas Winkler, Foodwatch

Problematisch ist das bei verarbeitenden Lebensmitteln. Vor allem geht es darum, wirklich frechen Etikettenschwindel zu verhindern: Schwarzwälder Schinken, der nicht aus dem Schwarzwald kommt. Oder Büsumer Flusskrebse, die aus China kommen. Es muss Schluss damit sein, dass Verbraucher mit irreführenden Herkunftsangaben getäuscht werden, sagt Winkler.

Das Beispiel des Tiefkühlkostproduzenten Frosta, der seine Waren freiwillig kennzeichnet, zeigt, dass es auch anders geht: "Die Hersteller können die Herkunft angeben, wenn sie das wollen."