Zu viel Salz ist nicht gut für uns. Wissen wir! Machen wir aber trotzdem. Seetang könnte vielleicht ein Ersatz sein. Wobei: Ein leicht fischiger Beigeschmack bleibt wohl. Doch Forscher suchen nach einer Lösung.

Algen sind gesund. Sehr sogar. Sie enthalten Mineralien wie Kalium oder Magnesium sowie Spurenelemente und schmecken obendrein noch salzig. Dominic Wimmer leitet eine Gruppe von Forschern am Fraunhofer Institut in Freising bei München. Sie haben das Ziel, Algen auf den Teller der Deutschen zu bringen. Allerdings gibt es da eine geschmackliche Hürde:

"Dieser maritime, leicht fischige Seegeschmack ist halt immer dabei. Algen kommen halt aus dem Meer."

Der Geschmack ist mindestens gewöhnungsbedürftig und Dominic Wimmer ist auch klar, dass die Deutschen ihre Currywurst künftig nicht mit Fischaroma essen werden. Deshalb untersucht er die Algen genauer und zerlegt sie in kleinste Moleküle um die "maritimen Geschmäcker zu eliminieren", wie er sagt.

Seetangsalz wäre aktuell noch sehr teuer

In einem nächsten Schritt kommen Sensoriker zum Einsatz, die das Ergebnis erschmecken. Ziel ist es, die perfekte chemische Struktur zu finden. Im Idealfall gibt es dann irgendwann Algensalz, das in allen möglichen Lebensmitteln landet. Da gibt es aktuell nur das Problem, dass Seetangsalz sehr teuer wäre.  

"Salz als Palettenware kostet das Kilo irgendwas im zweistelligen Cent-Bereich. Wir wären mit dem Salzersatz im zweistelligen Euro-Bereich."
Dominic Wimmer, Frauenhofer Institut, über den Preis von Algen-Salz

Damit das alles billiger wird, versuchen die Forscher noch andere Dinge aus der Alge herauszuholen - zum Beispiel Proteine, Zucker, Vitamine und Spurenelemente. Diese kommen schon in der Kosmetik bei Hautcremes oder Gesichtsmasken zum Einsatz.