Über 20 Schüler, Unruhe und krasser Lärmpegel. Lehrer müssen durchaus mit Stress umgehen können. Aber schon im Lehramtsstudium sind Studenten vom Burn-out bedroht. Das hängt auch damit zusammen, wieso sie diesen Beruf gewählt haben. Eine Studie liefert Antworten.

Julia Karbach von der Universität des Saarlandes hat gemeinsam mit vier Kollegen die Persönlichkeitsstruktur angehender Lehrer untersucht. Dafür haben die Studenten Fragebögen zu ihrer Persönlichkeit, ihrem Studium und Privatleben beantwortet.

Es zeigte sich, dass es zwei Typen gibt, die Lehrer werden wollen. "Überzeugungstäter" nennt Julia Karbach die einen. Das sind jene, die aus voller Überzeugung diesen Beruf wählen. Sie wollen Wissen vermitteln, arbeiten gerne mit Kindern und Jugendlichen und interessieren sich für Pädagogik. Andere Lehramtsstudenten setzen vor allem auf einen sicheren Job. Sie glauben auch, dass das Studium leichter sei als andere.

Burn-out im Lehramtsstudium

Doch auf die sichere Karte zu setzen, bringt wenig. Denn gerade dieser Typ Lehramtsstudent hat ein höheres Risiko ein Burn-out zu erleben - bereits während des ersten Studienjahrs. Die "Überzeugungstäter" hingegen, sind weniger gestresst und können besser mit Belastungen umgehen.

"Lehrer nicht nur mit Wissen ausrüsten, sondern mit Handwerkszeug zur Stressbewältigung."

Julia Karbach und ihre Kollegen fordern deshalb eine gezielte Studienberatung schon bei Abiturienten. Angehende Lehramtsstudenten sollten sich darüber klar werden, wie gut sie mit beruflicher Belastung und Stress umgehen können. Denn Lehrer müssen genau das können. "Und natürlich kann man auch im Studium noch lernen, mit stressigen Situationen umzugehen", sagt Karbach. Wichtig sei es dafür, dass Lehrer während ihrer Ausbildung gezielt lernen, Belastungssituationen gut zu bewältigen.