Leistungsdruck an der Uni oder Stress im Job? Schnell noch eine Ritalin einwerfen. Ein beliebtes Rezept, wie jetzt eine Studie belegt.

Fast zwei Millionen Menschen sollen in Deutschland abhängig von Tabletten und Medikamenten sein - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Krankenkasse DAK, die heute veröffentlicht wird. Auf der Rangliste der Süchte liegen die Pillenschlucker damit noch vor den Alkoholabhängigen. Eine Erklärung: Leistungsdruck in der Uni oder Stress im Job.

Was in den Büros und Hörsälen besonders häufig eingeworfen wird? Ritalin, sagt der Mediziner Johannes Wimmer. Das Mittel der Wahl bei allen, die besonders viel leisten müssen. Wobei Leistung hier vor allem geistige Arbeit meint. Für viele User ist aber auch klar: Ritalin allein reicht nicht. Denn wer sich morgens aufputscht, will abends nach der Arbeit wieder runterkommen - also wird nach Feierabend ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel geschluckt.

"Die Nebenwirkungen von Ritalin: Depression, Schlafstörung, Aggression, weniger Hunger und Durst. Weniger Lust auf Sex."
Martin Schütz, DRadio-Wissen-Reporter

Ritalin ist verschreibungspflichtig. Wer es nicht vom Arzt bezieht, muss sich also etwas einfallen lassen. Das Deutsche Studentenwerk hat beobachtet, dass sich viele Studenten bei jüngeren Geschwistern bedienen. Und auch online lässt sich das Mittel ohne größere Hackerkenntnisse bestellen. Für hundert Euro ist hier eine Dosis für zwei Monate zu haben. Schlafmittel und Downer zum Runterfahren nach Feierabend, kursieren deutlich häufiger und werden auch viel öfter verschreiben.

Keine Lust auf Sex

Klar ist aber auch: Unkontrollierter Konsum von Ritalin hat Nebenwirkungen: Sie reichen von Depressionen bis zu Schlafstörungen. Regelmäßige User haben außerdem keine Lust auf Sex, verspüren kaum Hunger oder Durst und werden oft auch aggressiv.

Bleibt also die Frage nach der Alternative. Vor überzuckerten Energy-Drinks rät der Mediziner Johannes Wimmer ab. Das Mittel seiner Wahl: Matcha - ein grünes Teepulver.