Alleine für die Prüfung lernen zu müssen, macht keinen Spaß. Wer keine Lerngruppe hat, kann einfach Youtube öffnen: Manche Leute filmen sich nämlich selbst beim Lernen und laden diese Videos dann hoch.

"Study With Me" heißen diese Videos, in denen meist Studentinnen sich selbst filmen, während sie gerade lernen. Sie sitzen vor ihren Büchern oder ihrem Laptop, Blättern Seiten um, tippen, trinken zwischendurch mal was. Sonst passiert eigentlich nichts - Stunden lang. Wer auch lernen will, lässt einfach so ein Video laufen und setzt sich parallel an den eigenen Stoff.

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Nutzen Studierende solche Videos wirklich? Und bringen ihnen diese Filme was beim Lernen? Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt hat sich an der Bibliothek der Uni Köln umgehört. Ein Student sagt ihm, er würde doch eher echte Kommilitonen vorziehen, um sich auch mit diesen austauschen zu können. Ein anderer erklärt, solche Videos würden leider nur zusätzlich ablenken.

"Study-With-Me"-Videos werden oft geklickt

Die Youtube-Kommilitonen können echte Lernpartner vielleicht also nicht ersetzen. Trotzdem haben manche "Study-With-Me"-Videos mehrere Hunderttausend oder sogar Millionen Klicks bei Youtube.

Videos können motivieren

Jürgen Möller, Pädagoge und Betreiber einer privaten Lernberatung, glaubt, dass sich manche Studenten den Weg zur Bibliothek ersparen und sich mit den Videos die Uni-Atmosphäre ein bisschen nach Hause holen wollen. Als Motivator, der dafür sorgt, dass man sich überhaupt erst mal hinsetzt, um etwas zu schaffen, könnten die Videos funktionieren.

"Sobald ein Bildschirm eingeschaltet ist, ist die Aufmerksamkeit geteilt und das hat natürlich Einfluss auf meine Konzentration."

Aber: Grundsätzlich lenkt ein eingeschalteter Bildschirm auch vom Lernen ab. Die reine Konzentrationsfähigkeit, meint Jürgen Möller, werde durch solche Videos nicht erhöht.

"Das-mach-ich-später"-Listen

Um die Konzentration zu verbessern, gibt es natürlich viele andere Methoden: Wir können ruhige Orte aufsuchen. Und alles, was wir neben dem Lernen sonst noch so erledigen müssen - etwa den Wohnungsputz - sollten wir lieber auf eine Liste schreiben, um die aus dem Kopf zu bekommen. Damit gebe man dem Gehirn das Signal, dass es sich jetzt auf das Lernen konzentrieren kann und alles andere später abgearbeitet wird. So könne man sich leichter fokussieren, sagt Jürgen Möller.