12 Jahre lang war Ellen Johnson-Sirleaf die Präsidentin von Liberia. Jetzt wird ein neuer Präsident gewählt. Die Friedensnobelpreisträgerin von 2011 hat angekündigt, ihr Amt ohne Wenn und Aber zu übergeben. Für Liberia könnte es die erste friedliche Machtübergabe überhaupt werden.

Zwei blutige Bürgerkriege hatte Liberia erlebt, bevor Ellen Johnson-Sirleaf als erste Frau überhaupt zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Damals war die Wirtschaft fast komplett zerstört, die Infrastruktur lag in Trümmern. Johnson-Sirleaf wollte damals vor allem eins: Frieden für Liberia - und ihr Land beim Wiederaufbau unterstützten.

Trotzdem gibt es auch Kritik an ihrer Präsidentschaft

Es wird ihr zum Beispiel vorgeworfen, zwei ihrer Söhne in hohe Ämter gehievt zu haben. Dass es während ihrer Präsidentschaft zu wenig wirtschaftlichen Fortschritt gab und kaum Erfolge gegen Korruption. Dabei wollte sie das Land mit mehr Fortschritt hinterlassen.

"Bilanz: Liberia ist auch nach Ellen Johnson-Sirleaf immer noch eine der ärmsten Nationen der Welt."
Dunja Sadaqi, Korrespondentin in Nordwestafrika

Ihre Nachfolger stehen also vor schwierigen Herausforderungen. Die Probleme in Liberia sind riesig:

  • Die Hälfte aller Haushalte haben nicht genug zu essen
  • Drei Viertel der Menschen in Städten haben keinen Strom
  • Die Wirtschaft ist 1. durch die Ebola Epidemie mit rund 5000 Todesopfern, und 2. weil die Preise für Rohstoffe in den Keller gesunken sind (Kautschuk und Eisenerz) erheblich eingebrochen
  • Wirtschaftswachstum in den vergangen 3 Jahren = 0

Unter den 20 Präsidentschaftskandidaten befindet sich nur eine einzige Frau. Die zwei aussichtsreichsten Anwärter sind Vizepräsident Joseph Boaki und der Ex-Fußballstar und heutige Senator George Weah. Beide versprechen Reformen bei der Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Jobs.

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