Dass es am Anfang einer Beziehung viele offene Fragen gibt, ist wahrscheinlich normal. Man testet erstmal aus, wer wo steht, und wo man zusammen hin möchte. Aber was, wenn die Unsicherheiten vom Anfang nie aufhören?

So jedenfalls ging es Isi mit ihrer Ex-Freundin. Schon relativ früh merkt sie, dass ihre Parterin sich nicht recht auf ihre Beziehung einlassen konnte oder wollte. Doch erst später erkennt Isi, was dahinter steckt.

"Ich glaub, das erste Mal gemerkt habe ich das, als ich ihr gegenüber meine Gefühle offenbart habe. So ganz vorsichtig allerdings auch nur. Indem ich gesagt hab, dass ich sie irgendwie ganz schön gut finde und da nur eine ausweichende Reaktion drauf kam."
Isi, war in einer Beziehung

Das komische Gefühl vom Anfang entwickelt sich zu einem richtigen Problem in der Beziehung. Isis Freundin geht immer wieder fremd, kann darauf angesprochen aber nicht richtig erklären, warum sie das macht. Irgendwann gibt sie dann zu: Sie hat Probleme, sich zu binden.

Weil es in der Beziehung aber immer wieder Phasen gibt, die richtig großartig verlaufen, bleibt Isi dran. Die beiden arbeiten an einer gemeinsamen Lösung, doch am Ende erkennt Isi, dass alle Mühen nichts bringen und beendet die Beziehung. Bis heute kämpft sie mit den Folgen.

"Bindungsängstliche waren als Kinder überangepasst, das heißt, die Bedingungen daheim waren irgendwie so, dass die Kinder sich ziemlich an die Eltern anpassen mussten, um gut klarzukommen."
Stefanie Stahl, Psychotherapeutin und Diplom-Psychologin

Eine Bindungsangst, sagt Psychologin Stefanie Stahl, hat ihren Ursprung in der Kindheit - die Eltern waren entweder lieblos oder zu erdrückend, oder es gab zu viel Autorität. Das führe dazu, dass diese Menschen Beziehung als etwas gelernt haben, das man eher über sich ergehen lassen muss, statt es zu genießen. Und diese Prägung wirkt fort.

Wie wir in einer Beziehung mit Partnern umgehen können, die unter einer Bindungsangst leiden, erklärt Stefanie Stahl in "Eine Stunde Liebe".