Wer daran zweifelt, ein perfektes Ergebnis zu erzielen, der lässt es manchmal ganz bleiben. Mit dem Wunsch perfekt zu sein, üben wir gelegentlich unnötigen Druck auf uns aus.

Wir stecken uns das Ziel, eine perfekte Leistung abzuliefern, dann klappt es nicht so richtig und in der Folge sind wir demotiviert. Am Ende lassen wir das Vorhaben möglicherweise ganz sein, statt etwas zu erschaffen, das in unseren Augen nicht perfekt ist.

"Es muss perfekt sein, sonst ist es nicht gut!" – Ein solcher Anspruch kann auch zum Problem werden. Zwar mag uns Perfektionismus zunächst als etwas Positives erscheinen, er
steht aber häufig eher im Wege, als dass er uns nützt. Deswegen sprechen Main Huong Nguyen und Diane Hielscher diese Woche über Perfektionismus.

"Oft denken wir, wenn ich es nicht perfekt mache, dann brauche ich es gar nicht machen. Und auf diese Weise machen wir dann auch gar nichts und all unsere Talente, all das, was ihr zu sagen und zu schreiben, zu bauen oder zu denken habt, bleibt dann in euch drin. Es verpufft dann und niemand wird je davon erfahren!" 
Diane Hielscher, Moderatorin

Main Huong und Diane sprechen zunächst darüber, wie man Perfektionismus definiert. Klinische Perfektionisten sind Menschen mit folgenden drei Eigenschaften:

  1. Extrem hohe Maßstäbe: Es sind sehr ehrgeizige Ansprüche, die von Außenstehenden häufig als übertrieben oder unnötig angesehen werden.
  2. Unerbittliches Beharren beim Verfolgen der Maßstäbe: Selbst bei erkennbar negativen Folgen kann von den Maßstäben nicht abgelassen werden. Sie werden als so erfordernd und zwingend wahrgenommen, dass sie trotz hoher Kosten weiterverfolgt werden.
  3. Erfolgsabhängiger Selbstwert: Der Wert der eigenen Person, die gesamte Selbstachtung wird an der Fähigkeit gemessen, diese Maßstäbe zu erfüllen.

Wie ihr herausfindet, ob ihr Perfektionisten seid und ob euch das tatsächlich im Weg steht, besprechen die beiden in dieser Woche in Achtsam. Und es gibt - wie immer - auch ein paar Übungen.

"Eine gute Übung ist immer, die dazu passenden Glaubenssätze aufzuschreiben. Was genau sagt unser innerer Kritiker, was genau verlangt der eigentlich? Genau das machen wir in der Therapie: Wir erarbeiten diese Grundannahmen und dann hinterfragen wir sie."
Main Huong Nguyen, Psychologin

Dazu stellen euch Main Huong Nguyen und Diane Hielscher das sogenannte "Beta-Mindset" vor und zeigen weitere Übungen, wie wir unseren inneren Kritiker und damit unseren Perfektionismus in den Griff kriegen.

Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de