Es ist ein Trend, der aus Japan kommt – Bordelle, in denen keine menschlichen Sexarbeiterinnen auf Freier warten, sondern Puppen. Sogenannte Real-Dolls geformt aus medizinischem Silikon. In Dortmund hat vor zwei Jahren das erste Sex-Puppen-Bordell in Deutschland aufgemacht. "Eine Stunde Liebe" hat sich umgeschaut.

Reihenhäuser, bei einer Autowerkstatt geht es um die Ecke – das BorDoll liegt ein bisschen abseits der Dortmunder Innenstadt und strahlt eher Vorort-Charme aus. Besitzerin Evelyn Schwarz hat mittlerweile 18 Puppen im Programm. Verschiedene Frauentypen sind dabei: blonde Haare, schwarze Haut oder Manga-Puppen-Optik. Alle Puppen haben drei Öffnungen: vaginal, oral, anal. Auf der Internetseite des Bordells steht zentimetergenau, wie groß diese Öffnungen sind.

"Die Kunden wollen wissen, womit sie es zu tun haben, weil es noch so neu ist. Dann fragen sie: 'Bleibt die so sitzen, oder kann ich die verbiegen?' Ja natürlich, in jede menschliche Position."
Evelyn Schwarz, Inhaberin vom BorDoll

Evelyn arbeitet selbst als Prostituierte und Domina. Sie bietet diese Dienste auch weiterhin im Bordell an, aber mittlerweile werden die Puppen sogar öfter gebucht, als die echten Sexarbeiterinnen. Dabei ähnelten sich die Kunden sehr – ein Querschnitt durch die Gesellschaft, wie in jedem anderen Bordell.

"Da ist vom Hartz-4-Empfänger bis zum Richter alles dabei. Häufig kommen Ehemänner zu den Puppen, die ihre Frauen nicht betrügen wollen. Oder auch Menschen mit sozialen Defiziten, die Angst haben vor Kontakt mit einer echten Frau."
Evelyn Schwarz, Inhaberin vom BorDoll

Unser Bild zeigt eine Sexpuppe aus einem Bordell in Italien

Mehr zum Thema: