Wenn wir zwischen zwei Gedanken hängen und nicht mehr wissen, was wir sagen wollten, setzt meist unsere Sprache aus. Wir machen eine Pause und füllen die sprachliche Lücke mit einem Füllwort. Davon gibt es ganz schön viele, unser Autor Daniel Stender hat sich zwei herausgegriffen: Das "Äh" und das "Ähm".

Füllwörter setzten wir Deutschen unabhängig von Dialekt und Region ziemlich oft ein - manche, wie der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, ein bisschen zu oft. Ganz schlecht fürs Radio. Stefan Kleiner forscht am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und beschäftigt sich vor allem mit den regionalen Akzenten, wenn die Menschen also nicht mehr richtig Dialekt sprechen. Mit Füllwörtern wissen Linguisten allerdings nicht so viel anzufangen, für sie sind das keine Wörter.

"Es sind Füllsel, die aber ... ich würde sie nicht als Wörter ansehen. Es gibt garantiert Menschen, die ohne das auskommen. Und - äh - in bestimmten Situationen, wo man vorliest, unterbleibt es völlig."
Stefan Kleiner, Linguist

Hesitationspausen sind ein weltweites Phänomen. Zwar sagen die Japaner nicht "äh", sondern so etwas wie "etto", oder die Schweden "hm" und der Engländer oder Amerikaner sagt "um" oder "uh". Amerikanische Linguisten haben sich die Mühe gemacht, und Twitternachrichten nach Füllwörtern durchstöbert.

Dabei haben die US-Sprachforscher herausgefunden, dass die User an der Ostküste eher "um" verwenden, während in der Mitte der USA häufig "uh" auftaucht. Im Westen der USA wird beides gleich verwendet. Außerdem haben die Forscher herausgefunden, dass Frauen eher "um" sagen, während Männer eher zum "Uh" neigen.

"Äh" ist vom Aussterben bedroht

Für das deutsche "Äh" und "Ähm" kommt Stefan Kleinert zu dem Ergebnis, dass "ähm" langfristig "äh" abhängen wird. Verantwortlich dafür sind nach Meinung der Sprachforscher die Frauen:

"Das ist ein Axiom der Soziolinguistik, dass Frauen in der Regel sprachlich progressiver sind, sich eher modernen Formen aufgeschlossen zeigen, sie eher in ihre Sprache aufnehmen als Männer."
Stefan Kleiner, Linguist

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