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Ende vierzig, arbeits- und obdachlos, noch zehn saubere Unterhosen und drei brisante VHS-Kassetten – so sieht "Das Leben des Vernon Subutex" aus. Der erste Teil der Romantrilogie von Virginie Despentes. Das perfekte Buch für den Moment, wenn du einem Bettler aus Prinzip nichts gibst.

Vernon Subutex hat viel Zeit, seit auf der Straße lebt, sich in Bibliotheken aufwärmt und reihum bei alten Weggefährten und Freundinnen schläft. Er war mal ein hipper Plattenladenbesitzer bei dem Musiker und Sammlerinnen, Junkies und Freaks ein- und ausgegangen sind.

Beschreibung gesellschaftlicher Abgründe

Doch dann explodieren die Mieten in dem angesagten Pariser Viertel, wo sein Plattenladen Revolver liegt. Er macht den Laden dicht und lebt eine Zeit lang von den Platten, die er vertickt, und ein paar Rezensionen für Magazine. Seine Miete zahlt Alex, ein Popstar. Doch als dieser tot in der Badewanne liegt, ist der Rausschmiss aus der Wohnung für Vernon nicht mehr weit.

Er rafft ein paar Habseligkeiten zusammen – unter anderem drei Videokassetten. Auf denen ist Alex zu sehen und zu hören, wie er sich selbst interviewt. Vernon hat sich die Aufnahmen nie angesehen. Jetzt sitzt er da und überlegt, bei wem er als Nächstes unterkommen könnte.

"Er hat Zeit totzuschlagen. Aber er hat kein Geld, um sich in ein Café zu setzen. Die Bushaltestelle macht ihn zu einem Wartenden wie alle anderen auch. Oder sieht man ihm sein Elend jetzt schon an?"
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

Vor dem Hintergrund seines Lebens tauchen die unterschiedlichsten Menschen auf, die Vernons Wege kreuzen oder auf deren Couch er schläft.

"Das Leben des Vernon Subutex" heißt der dreiteilige Roman-Bestseller der französischen Schriftstellerin Virginie Despentes. Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Clauda Steinitz, erschienen 2017 bei Kiepenheuer & Witsch, 399 Seiten.