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Als Kind greift Mina, die Protagonistin in Leona Stahlmanns Debütroman "Der Defekt", versehentlich in eine Staude Brennnesseln. Danach ist ihr klar, sie will mehr, immer wieder.

Mina wächst auf dem Dorf auf und ist vertraut mit der Natur und Kräutern, die die Frauen im Dorf für Tees, Tinkturen und Salben zubereiten. Nur über eine Staude weiß Mina nichts – bis zu dem Tag, an dem sie versehentlich hineingreift. Erschrocken lässt sie die Stängel los und betrachtet die geröteten Stellen auf ihrer Haut. Ein unbestimmtes Gefühl, aber sie weiß, dass es noch einmal erleben möchte.

"Es ist nicht nur das Brennen auf ihrer Haut, das Mina fasziniert. Es ist, als würde sie plötzlich besser in ihren Kinderkörper passen."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Mit dem Berühren der Brennnesseln entdeckt Mina eine Besonderheit ihres Körpers und ihrer Identität. Erst Jahre später, mit sechzehn, wird die Protagonistin in Leona Stahlmanns Debütroman "Der Defekt" bewusst daran anknüpfen und auch Worte dafür finden. Worte für das, was mit ihr passiert, wenn sie sich mit nackter Haut buchstäblich in die Nesseln setzt.

Ordnung, Disziplin, Strafe - Vereinbarung zweier Gleichgesinnter

Aber erst mit Vetko, ein älterer Schüler aus ihrer Klasse, entdeckt Mina die Lust am Schmerz. Ihre gemeinsamen Experimente im Geheimen gehen immer weiter, bis Vetko sich eines Tages weiter entfernt als sonst und Mina halb nackt in einem Feld zurückbleibt.

"Der Defekt" von Leona Stahlmann, erschienen bei Kein & Aber im Februar 2020, 168 Seiten.