Wer entwickelt mit der Zeit nicht ein Gefühl der Verbundenheit zu dem Haus, in dem er wohnt? Was passiert, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht? Die Bewohner rausgeschmissen werden sollen? In "Die Letzten" von Madeleine Prahs wird das Treppenhaus zum Kriegsgebiet.

In der Hebelstraße Nummer 13 trotzen noch drei Bewohner den rüden Maßnahmen des Vermieters: Elisabeth hat eine Ehe und den Krebs überstanden, wäre lieber tot als lebendig, doch ihr Arzt will davon nichts hören. Die Endzwanzigerin Jersey lebt mit ihrem Kater Major Tom unterm Dach, tanzt gerne und hat ansonsten Probleme im Umgang mit Menschen. Karl ist ein arbeitsloser ehemaliger Fachmann für alles mögliche, der sich in Maßnahmen des Jobcenters quält.

So geht Gentrifizierung

Doch dann geht Vermieter Grube zur letzten Eskalationsstufe über und rückt mit Bauarbeitern an. Das Treppenhaus wird zum Kriegsgebiet. 

"Und da regt sich plötzlich etwas. Ein Vibrieren, ein Knacken und Seufzen. Die letzten Bewohner ahnen noch nicht, mit wem sie es zu tun haben. Ihr Haus, das lebt. Und es hat seine Bewohner lieb. So lieb, dass es über Leichen 'geht'."
Lydia Herms, Buchrezensentin

"Die Letzten" heißt der zweite Roman von Madeleine Prahs, erschienen im August 2017 bei dtv, 296 Seiten. Darin erzählt die Schriftstellerin die Geschichte einer "Entmietung", von einem Haus, das sich solange selbst überlassen wird, bis fast alle Bewohner aufgeben haben und ausgezogen sind.