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Philips Leben verlief immer nach Plan. Bis er eines Tages alles stehen und liegen lässt und zum Jäger wird – und zum Gejagten. Lukas Bärfuss erzählt in seinem Roman "Hagard" die Geschichte eines Mannes, der sich auf der Spur einer völlig Unbekannten in der Großstadt verirrt und alles verliert.

Alles liefe im Takt, wenn sich Philip an den Plan gehalten hätte. Dann stünde er jetzt nicht im Schatten einer Zeder neben einer Wiese, auf der ein paar Jungs Fußball spielen. Dann träfe er gleich Belinda, und würde morgen in den Flieger nach Gran Canaria steigen, um Immobiliengeschäfte mit Rentnern abzuwickeln.

Aussteigen aus dem Lebenstrott

Aber all das wird nicht passieren. Der Grund: Eine unbekannte Frau in pflaumenblauen Sommerschuhen. Oder vielleicht doch der Drang, aus einem durchgeplanten Leben auszusteigen? Philip heftet sich an die Fersen der Unbekannten. Gleichzeitig stellt ein namenloser Beobachter Philipp nach.

Philip hat nur noch zwei Aufgaben: alles sehen und nicht gesehen werden. Das scheint einfach. Viel einfacher als sein Leben bisher. Aber das ist es nicht. Philip wird nicht nur innerhalb von sechsunddreißig Stunden sein Gefühl für Moral und Zeit verlieren. Er wird auch einen Schuh verlieren, seine Würde – und die kleinste Hoffnung, jemals wieder umkehren zu können.

Cover des Romans "Hagard" von Lukas Bärfuss und ein Portrait von Lukas Bärfuss
© Wallstein Verlag | Lea Meienberg

Der Autor: Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, hat die Schule hingeschmissen und arbeitete unter anderem als Tabakbauer, Eisenleger, Gabelstaplerfahrer und Gärtner. Heute schreibt er Romane und Theaterstücke und lebt in Zürich, wo auch der Roman "Hagard" spielt. Für seine Werke hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt 2019 den Georg-Büchner-Preis.

Das Buch: Lukas Bärfuss: "Hagard" | erschienen im Verlag Wallstein | 173 Seiten | gebundene Ausgabe (Hardcover): €19,90, Taschenbuchausgabe: €10, E-Book: €15,99 | erschienen am 27.02.2017