Lebenshungrig, experimentierfreudig, unabhängig – das alles zeichnet eigentlich das Leben mit 20 aus. Doch was tun, wenn eine Krankheit das Leben plötzlich anhält?

Beim Begriff Krebs denken wir meistens an ältere Menschen. Doch auch Jüngere sind von der Krankheit betroffen: Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen zwischen 18 und 39 Jahren an Krebs.

Einer davon ist Fayez Gilke, bei ihm wurde mit 27 nicht nur ein, sondern gleich mehrere bösartige Geschwüre diagnostiziert. Seine Erkrankung - ein neuroendokriner Tumor - kann an verschiedenen Organen auftreten und ist äußerst selten. Wer mit dieser Krebsform diagnostiziert wird, hat durchschnittlich nur noch neun Jahre zu leben.

Wie geht man damit um, wenn jemand eine Krebsdiagnose hat?

Trotzdem lässt sich Fayez nicht entmutigen: Er reist sehr viel mit seiner Familie, engagiert sich ehrenamtlich noch mehr als früher, lebt nach dem Motto abwarten und gleichzeitig alles machen, was er sich noch wünscht. Sein Rat an Angehörige: Einfach mehr zuhören, statt Ratschläge zu geben.

"Ich bin noch entspannter geworden durch die Diagnose."
Fayez Gilke

Auch als Angehöriger mitzuerleben, wie ein wichtiger Mensch an der Erkrankung leidet, ist schwer. Der Musiker Enno Bunger erlebte das gleich zweimal: Innerhalb von wenigen Monaten erkrankte sowohl seine Freundin Sarah als auch die Partnerin seines besten Freundes an Krebs – beide waren zum Zeitpunkt der Diagnose in ihren Zwanzigern.

Lena, so heißt Ennos gute Freundin, starb, nachdem ihre Leukämie wiederkam. Um diese zwei Schicksalsschläge zu verarbeiten, schrieb der Musiker sein Album "Was berührt, das bleibt".

"Ich habe versucht, mir den Frust von der Seele zu schreiben."
Enno Bunger, Musiker

Das Album nimmt Enno als therapeutisches Mittel wahr, das ihm durch die Zeit geholfen hat. Warum seine Musik trotzdem nicht nur traurig ist und wie Menschen auf Ennos Texte reagieren, hört ihr im Podcast.