Musiker spielen gerne mit religiösen Motiven. Mal werden Gott und Kirche gepriesen, mal werden sie verdammt. Michael Custodis spricht in seinem Vortrag über das Verhältnis zwischen Gott und Pop in der Musik.

Justin Bieber, Xavier Naidoo, die Beatles, Slayer, Prince, Alice Cooper, Marilyn Manson: Diese Musiker und unzählige mehr behandeln in ihren Songs religiöse Motive. Mal werden Gott und die kirchlichen Institutionen gepriesen, mal heftig attackiert. Der Musikexperte Michael Custodis hält einen Vortrag über das Verhältnis zwischen Musik und Religion.

Gott und Pop

Michael Custodis analysiert populäre Genres wie Pop, Jazz, Blues, Gospel, Rock, Hip-Hop, Country, Alternative, Folk oder Metal. Schon die Beatles beispielweise waren sich ihres provokativen Potenzials bewusst, sagt er. So äußerte John Lennon schon 1966, dass auf der einen Seite die Bedeutung des Christentums schwinde, auf der anderen Seite die Popularität seiner Band die von Jesus übertreffe. Andere - wie Justin Bieber und Xavier Naidoo - bekennen sich heutzutage stark zu ihrem Glauben.

"So wie die Musiker sich die Freiheit nehmen, Gott in allen erdenklichen Sprachen und Musikstilen zu loben, will auch das Publikum Glauben und Musik in seinen Alltag integrieren."
Michael Custodis, Musikwissenschaftler

In den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts etablierte sich ein Zweig der Musikindustrie, der unter der Bezeichnung "Contemporary Christian Music" enorme Umsätze einspielte. Noch bis in unser Jahrhundert hinein generiert die stilistische Bandbreite der mit "CCM" abgekürzten Sparte mehr Einnahmen als die Bereiche Jazz oder Klassik.  

Der Vortrag des Musikwissenschaftlers Michael Custodis wurde am 11.7.2017 im Rahmen der Vorlesungsreihe "Musik und Religion" des Exzellenzclusters "Religion und Politik" an der Universität Münster aufgezeichnet - der Titel: "Between Heaven and Hell. Christliche und antireligiöse Motive in Pop, Hip-Hop und Metal".

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