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Lavinia hat ihr Leben für Instagram perfektioniert, ihren Fotos von Partys und Events fliegen nur so die "Herzchen" zu. Davon ist Louise meilenweit entfernt. Bis es ihr einzig erklärtes Ziel wird, sich Lavinias Profil anzunähern. "So schöne Lügen" von Tara Isabella Burton ist das perfekte Buch für den Moment, wenn dir dein eigenes Instagramprofil fremd vorkommt.

Louise träumt davon, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden. Deswegen kam sie nach New York. Weil man es hier schaffen kann. Aber nicht Louise. Sie hält sich mit Nachhilfestunden und diversen Nebenjobs über Wasser.

Das pralle Leben New Yorks

Eher zufällig trifft sie auf Lavinia, die sich so ziemlich alles in New York leisten kann: Partys, Clubs, Klamotten und: Louise als "Gesellschafterin". Aus Lavinia spricht die pure Langeweile und die vertreibt sie sich mit Louise. Für eine "Nachhilfestunde" zahlt Lavinia 150 Dollar, kauft ihr schicke Kleider, macht sie zurecht und nimmt sie mit, zeigt sie herum in der Partygemeinde. Eine Symbiose der beiden Frauen?

In die Identität der anderen schlüpfen

Aber das Romandebüt "So schöne Lügen" der New Yorkerin Tara Isabella Burton ist auch ein Thriller. Es kommt zum Konflikt: Lavinia beginnt einen Roman zu schreiben und bittet Louise ein Kapitel zu lesen. Was soll Louise sagen? Grottenschlecht? Dann wäre das schöne Leben für Louise vielleicht vorbei. Das will sie aber unbedingt behalten. Viel mehr noch: Was, wenn sie Lavinias Identität annehme? Aber es kann nur eine geben.

"Lavinia kann nicht hinter ihr stehen. Wenn eine das sicher weiß, dann Louise. Schließlich ist sie es, die Lavinias Kreditkarte benutzt, ihren Haustürschlüssel, ihr Handy, ihre Klamotten, und jetzt auch ihr Parfüm. Lavinia ist Geschichte."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

"So schöne Lügen" von Tara Isabella Burton, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann, Dumont-Verlag 17. Mai 2019, 334 Seiten.