Vea Kaiser ist Schriftstellerin und studiert Altgriechisch. Dass das passt, merkt man ihrem neuen Buch an. Außerdem verrät sie uns im Interview, was so schlimm an Hildesheim ist, wie sie mit der Kritik, "die Helene Fischer der Literatur“ zu sein, umgeht - und wem sie noch eine Seminararbeit schuldet.

Fast 500 Seiten dick ist Vera Kaisers neuer Roman, "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" heißt er und ist bereits ihr zweiter. Dabei ist die Österreicherin erst 26 Jahre alt. Mit ihrem ersten Buch "Blasmusikpop" hatte sie 2012 viel Wirbel verursacht. Die Kritiker überschlugen sich und feierten nur zu gern ein neues "Fräuleinwunder".

Auch wenn der plötzliche Erfolg ihr Leben ziemlich verändert hat, an einer Konstante hält sie gerne fest: Seit 2007 studiert sie in Wien. Altgriechisch ist ihr Leidenschaftsfach - selbst, wenn die Semesterstunden durchs Schreiben etwas mickriger geworden sind. "Wenn mein Professor zuhört, würde er wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln, dass ich mich weiter als Studentin bezeichne. Ich schulde ihm seit eineinhalb Jahren eine Seminararbeit.“

"Pläne macht man, damit sie eines Tages über den Haufen geworden werden.“
Lea Kaiser, Schriftstellerin

Tatsächlich sind ihre Themen nicht nur weit weg von jeglicher Backfisch-Literatur, sondern auch inspiriert von ihrem Studium. So erzählt sie in "Makarionissi" eine griechische Familiengeschichte zwischen Hildesheim, Wien und Chicago. Mit Kritik an ihrem neuen Buch kann sie übrigens ganz hervorragend umgehen: Rezensionen liest sie nämlich nicht. Leserbriefe dafür aber umso lieber.

"Warum ich von den Literaturjournalisten wegkommen bin: über intertextuelle Bezüge von Hesiod hat keiner geschrieben. Über meine Haare fast alle."
Vea Kaiser, Schriftstellerin

Und mit dem neuen Roman gehen die Veränderungen weiter. Frühaufstehen auf Lesereisen hat sie aufgegeben, macht dafür Yoga, selbst wenn sie mit Spiritualität nichts anfangen kann. Und frisch verliebt ist sie auch. Festlegen aber, welcher Berufswunsch nach dem Studium herausspringt, will sie sich nicht mehr. Wozu auch? Ein Ziel hat sie nämlich: Sich das Label „Drei Romane vor 30“ zu verdienen. Bis mindestens 2017 ist noch Zeit.

Eine kleine Nachhilfe zur griechischen Geschichte gibt sie hier: