Judith Nika Pfeifer hat für ihre Erzählung "Violante" einen Jahrhunderte zurückliegenden Ehrenmord in unsere Zeit geholt, in das Jahr 2017. Und irgendwie klingt das alles gar nicht wie von gestern.

Sie ist eine Dame von Ehre, stets diskret, nie bitchig. Er ist ein Genießer vor dem Herrn, nicht immer treu, aber sehr verliebt. Gemeinsam sind sie DAS Traumpaar Roms – im Jahr 1559: Giovanni und Violante – der Herzog und die Herzogin von Paliano, der Mächtige und die Zauberhafte, erwarten ihr zweites Kind.

Gerüchten zufolge sind sie unendlich glücklich - wenige Monate später sind Violante und das ungeborene Kind tot. Ein sogenannter Ehrenmord setzte an einem Augusttag vor 458 Jahren dem Leben der Herzogin ein brutales Ende - erdrosselt durch die Hand ihres Bruders, beauftragt vom Ehemann, geschützt durch die Kirche. 

Zitate, Hashtags und eine Quelle

Autorin Judith Nika Pfeifer erzählt Violantes Geschichte, als wäre sie eben erst passiert. Als wäre nichts verjährt. Als wäre alles wieder genau so möglich. Sie zitiert Wissenschaftler, eine Sterbehebamme und Quentin Tarantino. Sie setzt Hashtags als Überschriften oder Fußnoten. Ihre Geschichte basiert auf einer Prozessakte und deren Übersetzung durch den französischen Dichter Stendhal. Und dadurch ist das Ganze plötzlich verdammt real. 

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