Ohne Lithium geht in unserer modernen Welt überhaupt nichts mehr. Keine Handys, kein WhatsApp, keine Akkus, keine E-Fahrzeuge. Darum ist Lithium schon wahlweise das "neue Gold" oder das "neue Öl".

Der Salar de Uyuni ist die größte Schatzkammer Boliviens. In der riesigen Salzpfanne befinden sich 5,4 Millionen Tonnen Lithium, nächstes Jahr soll es mit der Förderung losgehen. Das ist für Boliviens Regierung ein Millionen-Projekt. Aber eines, das sich sehr wahrscheinlich lohnen wird: Lithium wird als Rohstoff immer wichtiger.

Die Nachfrage steigt

"Lithium ist einer der Grundbausteine in modernen Lithium-Ionen-Batterien", erklärt Michael Schmidt, Rohstoffexperte der Deutschen Rohstoffagentur. Die Batterien werden benutzt in der Elektromobilität, aber auch in all unseren mobilen Geräten: Handys, Laptops, Tablets. Und auch bei der Speicherung von erneuerbarer Energie spielt Lithium eine entscheidende Rolle. All diese Zukunftstechnologien sind gefragt - und die Nachfrage steigt.

"Lithium hat ganz spezifische elektrochemische Eigenschaften, die kein anderes Metall so aufweist."

Obwohl Lithium so ein wichtiger Rohstoff ist, wissen wir nicht wirklich, wie teuer es eigentlich ist. Lithium wird nicht an der Börse gehandelt, etwa an der London Metal Exchange, sondern der Preis wird zwischen dem Produzenten und dem Interessenten ausgehandelt. "Das sind relativ geheime Absprachen", sagt Michael Schmidt, "da haben wir gar keinen Einblick".

Hinzu kommt: Lithium wird nicht als Metall gehandelt, sondern in seiner nächsten Verarbeitungsstufe. Das sind Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid. "Da geht es nach Reinheitsgrad und da schwanken die Preise extrem."

Genug Lithium für alle

Nachschubsorgen ums Lithium müssen wir uns vorerst aber nicht machen: Weltweit gibt es sehr große Ressourcenvorkommen. Vor allem in Südamerika, wie etwa in Bolivien, gibt es Lithium in Salzpfannen und in Australien wird es im klassischen Tagebau gewonnen. Gemeinsam machen diese beiden Regionen circa 80, 85 Prozent der weltweiten Förderung von 33.000 Tonnen im Jahr 2015 aus.

Problematischer ist aber die Frage: Wie viel Lithium brauchen wir überhaupt in fünf oder zehn Jahren? Es gibt sehr verschiedene Nachfrageprognosen, sagt Michael Schmidt: "Da gibt es Wachstumsraten zwischen 3 bis 16 Prozent." Die Frage ist also, ob wir in fünf Jahren genügend gefördertes Lithium zur Verfügung haben - oder auf einem Lithiumberg sitzen, der nicht gebraucht wird.