Der Verein "Little Home" baut kleine Häuser für Wohnungslose. In vielen Städten sind schon Menschen eingezogen, für sie soll es ein erster Schritt zurück in ein geregeltes Leben sein. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. sieht das Projekt allerdings als Schritt in die falsche Richtung.

Die ehrenamtliche Initiative Little Home stellt Menschen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben, kostenlos kleine Hütten zur Verfügung. Die Hütten bieten den Leuten einen trockenen, windgeschützten Ort, der außerdem sicherer ist als die Straße. Wir haben bei Deutschlandfunk Nova bereits darüber berichtet, auch in unserer Themenwoche Heimat. Laut Vereinswebseite suchen deutschlandweit tausende Menschen ein Little Home.

"Mittelfristig werden wir mit den Little Homes nicht weiterkommen."
Werena Rosenke, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Die Idee, Menschen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben, ein Mindestmaß an Schutz zu ermöglichen, sei zwar eine gute Idee, sagt Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V., der bessere Weg wäre ihrer Ansicht nach aber der in die eigene, richtige Wohnung, mit Zugang zu einem Sozialarbeiter, der bei allen Problemen hilft.

Kommunen sind zur Hilfe für Wohnungslose verpflichtet

In Deutschland – das sei ein Alleinstellungsmerkmal – seien die Kommunen gesetzlich verpflichtet, Menschen, die unfreiwillig wohnungslos sind, menschenwürdig unterzubringen. Dieses hohe Gut sollte man keinesfalls aufs Spiel setzen, so Werena Rosenke.

Darauf zu drängen, dass die Kommunen dieser Unterbringungsverpflichtung nachkommen, sei das Wichtigste, sagt sie. Und zwar so, dass die wohnungslosen Menschen die neue Unterkunft auch annehmen können. Dass also zum Beispiel ein Mann, der mit seinem Hund auf der Straße lebt, diesen auch mit in die Wohnung nehmen kann.

Problem der Sicherheit

Vor allem aber müssten die Unterkünfte sicher und gefahrlos bewohnbar sein. Eine Little-Home-Hütte sei nicht wirklich sicher, gerade wenn sie an einem abgelegenen Ort stehe und insbesondere für wohnungslose Frauen.

Die notwendigen Veränderungen, die die Kommunen benötigen, um die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. geforderten Maßnahmen zu ergreifen, brauchen allerdings Zeit. Als vorübergehende Lösung könnten die Little Homes dann also doch eine Lösung sein. In manchen Situationen sei die Not so groß, dass man das in Kauf nehme, sagt Werena Rosenke.

Angst, dass der Schuss nach hinten losgeht

Aber: Little Homes und andere Provisorien dürften nicht dazu führen, dass sich die Kommunen dann zurückziehen und sagen: Es geht ja auch so.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass mit den Little Homes ein Substandard etabliert wird."
Werena Rosenke, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Menschen hätten nun mal das Recht, würdig untergebracht zu werden, so Werena Rosenke. Dazu gebe es auch einschlägige Urteile. Die Kommunen dürften nicht die Möglichkeit bekommen, sich aus der Verantwortung zurückzuziehen.