Ein Abendessen mit Spitzenpolitikern kostet ein paar Tausend Euro. Für Big Player aus der Automobilindustrie kein Problem. Man nennt es gemeinhin Lobbyarbeit. Aber was ist mit kleinen Organisationen, die nicht so viel Geld haben?

Um herauszufinden, welchen Weg kleine Organisationen gehen, um ihre Interessen in der Politik durchzusetzen, haben wir uns großflächig umgehört. Unter anderem auch bei der GRA - der German Rifle Association, die sich FÜR Waffenbesitz einsetzt. Die Organisation weiß von sich selbst, dass sie viele Gegner in Deutschland hat. Trotzdem will sie ihre Interessen in der Politik durchsetzen. Weil es weinig erfolgsversprechend ist, an die Politiker direkt heranzutreten, spielen sie gewissermaßen über Bande.

"Um Aufmerksamkeit zu bekommen, sind Facebook und Twitter ganz gut."
Oliver Huber, Sprecher der GRA

Um seine Ideen zu promoten, sei es wichtig, so GRA-Sprecher Oliver Huber, wählerstimmenrelevant zu werden. Das heißt, sie brauchen Öffentlichkeit und das geht am besten über die sozialen Kanäle und die Medien. Nur so könne man für Entscheider in der Politik sichtbar werden. Diese Strategie zumindest verfolgt die GRA.

Penetranz, Idealismus und Zeit

Ein Thema, das weniger umstritten sein dürfte als Waffenbesitz, ist die Sommerzeit. Wir mit einer Initiative gesprochen, die sich für die Abschaffung der Sommerzeit einsetzt. Auch die hat nicht die Möglichkeit, sich ein Abendessen für 7000 Euro mit einem Spitzenpolitiker zu leisten. Also muss man andere Wege gehen, sagt Hubertus Hilgers von der Initiative. Er rät zu Penetranz.

"Sie brauchen eine Menge Zeit und eine Portion Idealismus."
Hubertus Hilgers von der Initiative zur Abschaffung der Sommerzeit

Hubertus Hilgers kämpft schon seit langem für die Abschaffung der Sommerzeit. Er hat viele Argumente und Studien gesammelt und eine Online-Petition aufgesetzt. Er weiß von sich selbst, dass er vielen Entscheidern regelrecht auf die Nerven geht. Aber anders, so sagt er, geht es nicht. DRadio-Wissen-Reporter Armin Himmelrath kommt zum Schluss: Wer als kleine Initiative kein Geld für professionellen Lobbyismus hat, braucht Zeit, Ausdauer und Idealismus.