Im Londoner Finanzdistrikt gab es wiederholt Raubüberfälle, bei denen die Täter es auf die Smartphones ihrer Opfer abgesehen hatten. Der Grund: der auf den Handys gespeicherte Zugang zu Kryptowährungen.
Handy weg, Krypto-Account leer
Die Zeitung "The Guardian" berichtet, dass die Raubüberfälle nach sehr klassischem Muster abliefen: Die Täter zwangen ihre Opfer, das Smartphone auszuhändigen. Anschließend entsperrten die Täter das Smartphone dann per Face-ID oder mit dem Fingerabdruck des Opfers. "Ein anderes Opfer, das Kokain kaufen wollte, ist mit den vermeintlichen Dealern in eine Seitenstraße mitgegangen und hat sie dort vermeintlich eine Telefonnummer ins Handy tippen lassen", sagt unser Netzreporter Michael Gessat. Der Schaden bei den verschiedenen Überfällen liege jeweils zwischen 5.000 und 30.000 Pfund. (Umgerechnet sind das 6.000 bis 35.000 Euro.)
"Bei einem weiteren Opfer war es gar kein Raub, sondern ein Diebstahl im Pub – in allen Fällen war jedenfalls hinterher der Kryptogeld-Account abgeräumt."
Anderes Geld ist – auch wenn unser Smartphone gestohlen wird – sicherer. Bei Online-Brokern, wo das Depot per App einsehbar ist, sind Auszahlungen etwa nur auf das Girokonto möglich, erklärt Netzreporter Michael Gessat. Und bei Überweisungen von einem Girokonto müssten Täter auf ein anderes Konto überweisen: Beides ließe sich unter Umständen rückgängig machen und vor allem aber nachverfolgen. Bei Kryptogeld hingegen laufen die Transfers anonym.
"Ein Transfer von Krypto-Geld ist hingegen weitgehend anonym und unwiderruflich."
Die Londoner Polizei warnt nun und weist darauf hin, dass hier mehr Vorsicht geboten sein sollte. Auch sei es ein Risiko, auf Social-Media-Plattformen mit großen Gewinnen bei Kryptowährungen zu prahlen.