Heute beginnt die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA). In Schönefeld bei Berlin präsentieren sich bis Samstag 1017 Aussteller aus 37 Ländern. Was kann man am Flugkomfort noch verbessern? Wie können wir besser schlafen und weniger gejetlagt ankommen?

Neben Nachhaltigkeit, Klimaschutz und dem Einsatz von 3D-Druckern für Flugzeugteile geht es bei der ILA auch um Themen wie eine angenehme Kabinenbeleuchtung. Wie sich Licht einsetzen lässt, um uns das Fliegen angenehmer zu machen, hat uns Achim Leder erzählt. Der Wirtschaftswissenschaftler hat seine Doktorarbeit über Kabinenbeleuchtung geschrieben und später auch ein Unternehmen für Kabinenbeleuchtung gegründet. Bei der ILA hat er eine Konferenz zum Thema "Kabinen-Komfort" organisiert.

Licht an, Licht aus

Welches Licht in einer Kabine gut ist, hängt von der Flugrichtung und den Flugzeiten ab. Bei Nachtflügen eignet sich zum Beispiel eine andere Lichtfarbe als tagsüber.

"Rotes Licht ist gut, um die Passagiere besser in den Schlaf zu bekommen. Weil dadurch das Schlafhormon Melatonin produziert wird."
Achim Leder, Experte für Kabinenbeleuchtung

Morgens nach einem langen Flug sei dann blaues Licht gut geeignet, weil die Produktion des Schlafhormons dadurch zurückgehe. Man werde also wacher. Wichtig seien konkrete Anweisungen ans Kabinenpersonal. Die schalten das Licht nämlich manchmal auch so ein, wie es ihnen gerade gefällt. Da gebe es noch Optimierungsbedarf.

"Es geht darum, künstliche Tagesabläufe zu initiieren. Wir möchten die Passagiere schon an Bord auf die Tageszeit des Ankunftsorts vorbereiten."
Achim Leder

Stichwort: Jetlag

Auch beim Thema Luftbefeuchtung an Bord tut sich einiges, sagt Achim Leder. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen forsche sehr erfolgreich auf diesem Feld. Man versuche, die Kabinenluft rund um den Passagier recht feucht zu halten, aber eben nicht im gesamten Flugzeug, damit sich kein Kondenswasser bilde.

​Problem: Große Menschen…

Was ist wichtiger für die Flugzeugarchitekten? Mehr Beinfreiheit und zufriedene Passagiere? Oder: Hauptsache mehr Passagiere?

"Ich bin 1,95m, ich habe diese Probleme selbst auch."
Achim Leder

Es sei schon manchmal anstrengend, wenn der Sitzabstand immer mehr verkleinert wird, sagt Leder. Aber es werde auch innovativ mit neuen Sitzmodellen gearbeitet.

  • Die neuen Lehnen sind weitaus dünner
  • Der Platz für Bordinfo, Magazine und Kotztüte rutscht nach oben und schafft so mehr Platz für die Beine
  • Tischchen sind nicht mehr mit zwei Streben rechts und links festgemacht, sondern nur noch mit einer, so dass ihr rechts und links ein bisschen mehr Platz habt.