Viele Frauen - vielleicht noch mehr Männer - denken sich jetzt: YEAH! Die Lustpille für die Frau ist da. Und mit ihr das gaaanz dreckige Liebesleben. Naja. Die ganz große Revolution in den Betten wird wohl ausbleiben.

Sprechen wir von der Lustpille. Viagra für die Frau - wie die Pille vielfach genannt wird - hat so gut wie nichts mit Viagra zu tun. Denn anders als Viagra, das körperlich wirkt und Erektionen fördert, setzt die Lustpille da an, wo Lust entsteht. Im Gehirn. Noch ein Unterschied zu Viagra: Frauen müssen die Pille jeden Tag einnehmen.

Im Schnitt einmal mehr Sex im Monat

Die Lustpille ist also was für Frauen, die wenig Lust auf Sex haben und das ändern möchten. Laut den Unterlagen der US-Zulasssungsbehörde hatten die Frauen im Testlauf im Schnitt 4,4 Mal pro Monat befriedigenden Sex. Frauen, die ein Placebo einnahmen, kamen auf 3,7 Mal. Vor der Behandlung hatten die Frauen im Schnitt 2,7 Mal Sex im Monat. Laut der US-Forscherin Dr. Holly Phillips ist die Lustpille aber kein Allheilmittel.

"Sexual Desire is complicated - it's not just the brain, there are also emotions. Libido may not be a situation where it's just one pill can fix the problem"
Dr. Holly Phillips im Interview bei CBS News

Ob eine Frau Lust hat oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise ob sie privat oder im Job Stress hat, wie die Gefühle für den Partner sind oder ob sie sich selbst in ihrem Körper wohl fühlt. Und einer der Gründe kann auch sein, dass die Botenstoffe im Gehirn nicht richtig ausgeschüttet werden.

Etwas kitschig: Während Viagra für den Mann blau ist, ist Addji - wie die Lustpille in den USA heißen soll - pink.

Der Wirkstoff der Pille heißt Flibanserin. Er beeinflusst unter anderem die Botenstoffe Dopamin und Serotonin. Die Produktion von Dopamin, dem Glückshormon, wird gesteigert - ebenso wie das anregende Hormon Noradrenalin. Außerdem wird die Konzentration des lusthemmenden Hormons Serotonin gesenkt.

Die Pille wurde zwei Mal abgelehnt

Die Lustpille kommt in den USA im Oktober auf den Markt. Warum sie freigegeben wurde, ist nicht ganz klar. 2010 und 2013 bekam sie keine Zulassung. Die Nebenwirkungen sind nicht unerheblich. Die Pille kann zu Übelkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfällen führen. Und es ist noch nicht klar, ob das Mittel beispielsweise das Brustkrebsrisiko erhöht. Deshalb gelten für den Verkauf von Flibanserin auch strenge Sicherheitsbeschränkungen.Das Mittel wird es nur auf Rezept geben.