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Sommerzeit ist Mückenzeit. Das Gesirre ist nervig, die Mückenstiche noch viel mehr. Uns ist aufgefallen: Die Stiche werden immer heftiger. Also die Quaddeln, die nach den Stichen entstehen. Liegt das an den Mücken oder an dem, was sie aufnehmen und an uns weitergeben?

Schützen kann man sich (zumindest nachts, und wenn man mit offenem Fenster schläft) zum Beispiel mit Moskitonetzen. Manchmal kommt aber jede Hilfe zu spät. Der Biologe und Mückenforscher Norbert Becker von der Uni Heidelberg kennt sich mit Mückenstichen aus.

Stechen der Nachfahren wegen

Es stechen nur die weiblichen Mücken, erklärt Becker. Sie brauchen die Blutmahlzeit, um Eier entwickeln zu können. Sie haben sechs Stechborsten, die sie in die Haut einführen, bis sie eine Blutkapillare erreichen. Anschließend spritzen sie durch einen kleinen Kanal Speichelsekret in die Wunde ein, damit die Blutgerinnung unterbunden wird. Außerdem wird Histamin abgegeben, sodass eine kleine Entzündung entsteht. Das braucht die Mücke, um ungestört Blut saugen zu können, erklärt der Experte

"In ihrem Speichelsekret können Viren, Bakterien oder Einzeller sein. Bei uns sind die Mücken aber ungefährlich. Sie rufen lediglich eine Entzündung hervor, die wir als Quaddel wahrnehmen. Das ist eine allergische Reaktion."
Norbert Becker, Biologe und Mückenforscher

Der Körper stellt sich ein

Komme man als Städter in die Natur und sei selten von Mücken gestochen worden, dann seien die Quaddeln häufiger und stärker ausgeprägt. Dabei handele es sich um eine Überreaktion des Immunsystems Wenn man aber ständig mit Mücken zu tun habe - so wie Norbert Becker, der Mücken züchtet - stelle sich der Körper darauf ein und reagiere kaum noch.

"Ich muss die Mücken versorgen mit Blut: Ich strecke meinen Arm in den Käfig rein und die Mücken saugen - oft viele Hundert."
Norbert Becker, Biologe und Mückenforscher