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Dürre und Missernten setzen vielen Menschen auf Madagaskar zu. Eine Million von ihnen sind akut bedroht.

Von Unterernährung und Hunger sind Menschen in afrikanischen Staaten besonders stark betroffen. Statistisch gesehen leidet knapp jeder fünfte Mensch auf dem afrikanischen Kontinent an Unterernährung.

Weltweit sind knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung unterernährt und hungern. Zu diesem Ergebnis kommt die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen.

Im Inselstaat Madagaskar ist die Ernährungssituation gerade besorgniserregend. Rund 27 Millionen Menschen leben dort. Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages berichtet, dass dort mehr als eine Million Menschen von einer Hungersnot bedroht sind.

Erderwärmung als Mitursache

ARD-Korrespondentin Jana Genth hält diese Zahl für realistisch. Betroffen ist besonders der Süden der Insel. Sie sagt: "Viele Menschen sind nur noch Haut und Knochen." Kakerlaken, Heuschrecken, Blätter und Sand dienten als Nahrung.

Die extreme Dürre und die daraus folgende Ertragsarmut der Felder sei auch auf die Erderwärmung zurückzuführen. Jana Genth sagt, dass die Temperaturzunahme im Süden des afrikanischen Kontinents verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt etwa doppelt so schnell verlaufe.

Angesichts der Trockenheit und geringer landwirtschaftlicher Erträge befürchtet sie, dass sich die Lage noch zuspitzen wird.

"Die Ernten in diesem Jahr kann man so gut wie vergessen. Es ist eine dramatische Situation im Süden der Insel."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Johannisburg

Sie berichtet, dass vielerorts aus Feldern Sandstreifen geworden sind. Die Böden seien vielerorts völlig ausgetrocknet. Abholzung habe dazu beigetragen, auch zu sichtbarer Erosion geführt. Hingegen seien Aufforstungsprogramme noch nicht flächendeckend wirksam.

Hungerhilfe aus dem Ausland

Die Regierung treffe mitunter fragwürdige Entscheidungen, habe noch nicht genug investiert. Deswegen seien Betroffenen auf internationale Hilfe angewiesen, weil die Nachbarländer relativ weit entfernt und selbst von Hungerkatastrophen betroffen sind. Jana Genth nennt Mozambique, Malawi und Simbabwe.

"In den Regionen Androy, Ambovombe und Amboasary im Süden Madagaskars gibt es schon eine richtige Klimaflüchtlingsbewegung in Richtung Norden."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für Afrika