Vielleicht ist dieses Tier eins der einsamsten der Welt. Die Mähnenratte ist sehr giftig. Wer seine Haare berührt, stirbt. Oder hat zumindest schwere Vergiftungserscheinungen. Also besser nicht streicheln.

Die Mähnenratte sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Sie ist eine Mischung aus Meerschweinchen und Stinktier, in etwa so groß wie ein Kaninchen und lebt in den Wäldern Ostafrikas. Um sich vor Löwen, Hyänen, Schakalen und anderen Raubtieren zu schützen, hat die Mähnenratte scheinbar wenig vorzuweisen. Bis auf ihre Haare. Die kann sie giftig machen.

Indigene Völker nutzen es als Pfeilgift

Das Gift der Mähnenratte kann einen Menschen mit entsprechender Dosierung innerhalb von 20 Minuten töten. Hunde, die Mähnenratten gebissen haben, starben entweder kurz danach oder hatten wochenlang Vergiftungserscheinungen. Indigene Völker setzen das Gift bei der Jagd ein.

"Das ist ein Gift aus der Gruppe der sogenannten Cardenolide, namens g-Strophanthin, das das Herz angreift."
Dr. Mario Ludwig

Die Mähnenratten holen sich das Gift von einer Pflanze namens Acokanthera schimperi. Und zwar nagen sie ganz gezielt an den Wurzeln und der Rinde dieser Pflanze. Das abgenagte Pflanzenmaterial kauen sie dann gut durch und mit dem Speichel-Pflanzengemisch belecken sie ihre Haare - oder Mähne. Die Haare sind dann regelrecht mit Gift aufgeladen. Wird eine Ratte angegriffen, stellt sie ihre Mähne auf. Dann sieht sie ein bisschen so aus wie ein Stachelschwein.

Die Raubtiere scheinen gelernt zu haben, dass sie sich mit der Mähnenratte besser nicht anlegen. Sie machen einen weiten Bogen um das Tier, was sich daran ablesen lässt, dass im Kot von Löwen, Geparden und Co keine Mähnenratten-Haare gefunden wurden. Wird die Ratte dann doch mal gebissen, schützt sie das Gift insofern, als die meisten Raubtiere erst einmal durch einen Probebiss abchecken, welches Tier sie überhaupt vor sich haben. Nach diesem nicht-tödlichen Probebiss sind die Mähnenratten noch am Leben, die Raubtiere aber längst vergiftet.