Jeden Tag derselbe Kampf mit den Kollegen: Fenster auf, Fenster zu. Klimaanlage zu kalt - und wieder zu warm. Besonders im klimatisierten Zug ist unserer Reporterin Julia Möckl zu kalt. Jungs tragen da jetzt nur T-Shirt und kurze Hose.

Fakt: Frauen haben mehr Fettgewebe als Männer. These: Sie müssten also auch besser isoliert sein. Aber: "Die Damen werden in den letzten Jahren immer schlanker, also auch kälteempfindlicher", erklärt Onno Janßen. Er ist Facharzt für Endokrinologie. Der Hormonspezialist kennt aber noch mehr Gründe, warum viele Frauen schneller frösteln als Männer. "Männer haben mehr Testosteron, damit einen höheren Grundumsatz und können auf Kälte besser reagieren", sagt er. "Mehr Muskeln haben sie meistens auch."

"Der Muskel als Gesamtorgan ist ein Wärmelieferant, der macht nicht nur Bewegung, sondern kann auch für eine Ruheaktivität sorgen, die direkt im Körper Wärme erzeugt."
Onno Janßen ist Facharzt für Endokrinologie

Natürlich sind das nur durchschnittliche Werte zur Hormon- und Muskelverteilung. Noch problematischer ist allerdings, dass viele Klimaanlagen mit alten Durchschnittswerten arbeiten. So zumindest das Ergebnis einer Studie: Forscher haben festgestellt, dass die Standardeinstellungen der Klimatechnik häufig aus den 60er Jahren stammen: Perfekt für 40-jährige Männer in Büros - zu kalt aber für junge Frauen.

"Dafür leben wir Frauen im Schnitt länger."
DRadio-Wissen-Reporterin Julia Möckl