Männer, die sich oldschool als harte Hunde sehen, gehen weniger zum Arzt, sagt eine neue Studie. Möglicherweise ein Grund, dass Männer früher sterben.

"Ich muss nicht zum Arzt", sagt er - unter Schmerzen. Männer und Ärzte führen eine Beziehung, bei der man sich eher selten sieht. Und das ist nicht besonders gut für ihre Gesundheit, legt eine neue Studie nahe.

Ausgangspunkt der Psychologen der Rutgers University ist eine recht unerschütterliche Tatsache: Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen. Die Wissenschaftler haben sich daher angeschaut, woran es liegt, dass Männer ärztescheu sind. Und vor allem, welche es betrifft.

Symptome runter spielen

Es sind - wenig überraschend - vor allem solche Männer, die ein sehr traditionelles Rollenverständnis haben und sich für einen echten Mann halten: Mutig, selbstbewusst, hart sein zählt für sie als Tugend. Und das heißt: am besten gar nicht zum Arzt gehen. Das könnte ein Zeichen der Schwäche sein.

Wenn sie gehen, dann am liebsten zu einem Mann. Den halten sie für kompetenter. Wirklich vertrauen sie aber selbst ihm nicht, zeigt die Studie, auch vor ihm spielen sie ihre Krankheitssymptome herunter.

In der Studie der Rutgers Universität wurden 300 Männer verschiedener Herkunft zwischen 18 und 76 online befragt. Zunächst zu ihrem allgemeinen Rollenverständnis, dann zu ihrer Einstellung zu Ärzten. Überprüft wurde das in einem Behandlungsgespräch mit Medizinstudenten. Und die Korrelation war eindeutig: je konservativer die Teilnehmer, desto verschlossener waren sie im Gespräch. Damit stützten ihre Untersuchungen frühere Studienergebnisse, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen konservativen Männlichkeitsverständnis und Sterblichkeit hinwiesen.

Übrigens hängt es nicht nur am Geschlecht. Auch Frauen sind theoretisch anfällig für diese Art der Ärzteverweigerung. Sind sie der Meinung, ein harter Hund zu sein und ständig Selbstsicherheit präsentieren zu müssen, zeigten sie das gleiche Verhalten wie die Männer. Allerdings sagen die Forscher, findet sich diese Art der Selbstwahrnehmung immer noch eher Männern.