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Mit 16 hat Magdalena Rogl die Schule geschmissen und eine Ausbildung zur Kinderpflegerin gemacht. 20 Jahre später ist sie Managerin bei Microsoft Deutschland und bezeichnet sich als "Emotional Evangelist". Sie ist nämlich überzeugt: Wir sollten im Beruf viel mehr auf unsere Gefühle achten.

Magdalena Rogl ist eine Art Botschafterin für Emotionen. Als "Emotional Evangelist" – wie der Begriff in den USA gebraucht wird – setzt sie sich dafür ein, die eigenen Emotionen im Arbeitsalltag nicht zu verstecken, sondern sie bewusst wahrzunehmen und auf sie zu hören. "Ich bin überzeugt, dass das nichts ist, was die Autorität untergräbt oder der Professionalität schadet", sagt Magdalena Rogl (36), die als Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland arbeitet und am Anfang selbst stark mit ihrer eigenen Emotionalität gehadert hat.

"Wir sind es einfach absolut nicht gewöhnt, dass es in der Arbeitswelt Emotionen gibt."
Magdalena Rogl, Microsoft-Managerin

Vor über zehn Jahren sieht der Alltag von Magdalena Rogl noch ziemlich anders aus. Damals arbeitet sie als ausgebildete Kinderpflegerin und ist zweifache Mutter. Als die Beziehung zu ihrem damaligen Mann in die Brüche geht, stellt sie ihr ganzes Leben infrage und startet einen Neuanfang.

Zu Nebenjobs im Community Management bei Nachrichtenseiten kommt bald ein Online-Studium hinzu. 2016 wird sie Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland – eine Art Pressesprecherin für die digitalen Kommunikationskanäle.

Beruflicher Erfolg und das Hochstapler-Snydrom

Für ihren außergewöhnlichen Karriereweg bekommt sie 2017 den Digital Female Leader Award. Doch trotz ihres beruflichen Erfolgs zweifelt sie auch immer wieder an ihren Fähigkeiten. Magdalena Rogl sagt von sich selbst, dass sie das "Impostor"-Syndrom hat – umgangssprachlich auch "Hochstapler-Syndrom" genannt. Tage, an denen sie sehr selbstbewusst ist, wechseln sich mit Situationen ab, in denen sie sich fragt, was sie hier eigentlich tut. Und sie glaubt, dass es vielen Menschen so geht – gerade auch sehr erfolgreichen.

"Ich habe mich mittlerweile mit meinem Hochstapler-Syndrom ganz gut angefreundet."
Magdalena Rogl, Microsoft-Managerin
Magdalena Rogl im Portrait.
© Thomas Dashuber
Magdalena Rogl findet neben ihrem Managerinnen-Job noch Zeit für ehrenamtliche Arbeit in einem Pflegeheim

Full-Time-Job plus Ehrenamt

Neben ihrem Full-Time-Job bei Microsoft und einer sechsköpfigen Patchwork-Familie hat Magdalena Rogl auch diverse ehrenamtliche Jobs. Im Moment hilft sie samstags zum Beispiel in einem Pflegeheim aus. Und das, sagt sie, tue ihr sehr gut. "Ich merke, dass es für meine mentale Gesundheit wichtig ist, dass ich Dinge tue, von denen ich merke, sie haben einen Sinn und sie geben mir auch einen Sinn."

"Die Ehrenämter schützen mich vor einem Burn-out."
Magdalena Rogl, Microsoft-Managerin

Im Deep Talk mit Rahel Klein spricht Magdalena Rogl außerdem darüber, wie viel Kaffee sie pro Tag trinkt und warum sie niemals snoozt.

Fürs ganze Gespräch klickt einfach oben auf den Play-Button.