Wissenschaftler in Südostasien schlagen Alarm: Resistente Malaria-Erreger verbreiten sich rasant in Thailand und Kambodscha. Auch die Nachbarländer sind bedroht.

Malaria gilt als eine der tödlichsten Infektionen überhaupt. Mehr als eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr daran. Eigentlich – sagt die Weltgesundheitsorganisation – sind wir auf einem guten Weg. Denn vor 15 Jahren gab es weltweit noch doppelt so viele Malaria-Tote. Allerdings schlagen asiatische Forscher jetzt Alarm, weil bestimmte Medikamente immer öfter nicht mehr wirken.

Rasante Ausbreitung in Südostasien

Es geht um Medikamente mit dem Wirkstoff Artemisinin. Das ist ein Standard-Wirkstoff gegen Malaria. Schon seit Jahren warnen Forscher, dass sich Erreger verbreiten, die resistent gegen diesen Wirkstoff sind. Und jetzt schreiben thailändische Wissenschaftler im Fachmagazin The Lancet Infectious Diseases: Dieser resistente Erreger verbreitet sich in Südostasien rasend schnell – viel schneller, als das bisher ohnehin schon befürchtet wurde.

40 Prozent der Patienten tragen resistente Erreger in sich

Thailand und Kambodscha sind die Länder, aus denen sich die resistenten Erreger ausbreiten. Auch die Nachbarländer sind betroffen: Vietnam im Osten, Myanmar und Bangladesch im Westen. In dieser Region haben die Forscher in den letzten zwei Jahren Blutproben von knapp 1.000 Malaria-Patienten untersucht. Und sie haben festgestellt: Knapp 40 Prozent der Patienten tragen einen Erreger in sich, der resistent gegen Artemisinin ist. Die größte Gefahr ist laut den Forschern, dass der resistente Erreger von Bangladesch aus auch Indien erreicht.

BBC-Dokumentation über Malaria in Kenia