Russland wollte die US-Präsidentschaftswahl beeinflussen - so viel ist klar. Aber wie genau hat die Manipulation im Netz funktioniert? Ziemlich bizarr. Zum Beispiel durch Anzeigen mit Satan und Jesus beim Armdrücken.

Vor dem US-Senat werden zurzeit die Versuche der Wahlmanipulation durch Russland untersucht. Dazu werden auch Vertreter der Internet-Unternehmen Google, Facebook und Twitter befragt. Denn auf diesen Plattformen wurden während des Wahlkampfes diverse Anzeigen geschaltet.

Aber was gab es da überhaupt zu sehen? Zum Beispiel ein Motiv, das Satan und Jesus beim Armdrücken zeigt. Satan ist als rothäutiger, muskulöser Höllenfürst dargestellt; Jesus trägt eine weiße Kutte. Dazu gab es folgenden Dialog. Satan: "Wenn ich gewinne, siegt Hillary Clinton." Jesus entgegnet: "Nicht, solange ich das verhindern kann." Direkt darunter steht der Appell: "Klicke auf 'Gefällt mir', um Jesus zu helfen!"

Verschiedene US-Medien haben die Anzeigen publiziert. Zum Beispiel hat Techcrunch eine Slide-Show zusammengestellt. Darin wird deutlich, dass sich die Anzeigen nicht allein gegen Clinton richteten. Es ging vielmehr um sehr plakative, polarisierende Aufrufe.

Was war das Ziel? Aufwiegelei?

Zum Beispiel waren im Zusammenhang einer bestimmten Demonstration Anzeigen im Sinne beider Seiten geschaltet worden. Vermutlich ging es darum, ganz allgemein die Stimmung anzuheizen.

Welche Strategie hinter den Anzeigen steckte, dazu gibt es diverse Analysen. Die Washington Post zum Beispiel sieht dahinter eine uralte Geheimdienststrategie. Es gehe darum, Unruhe zu schüren und zu polarisieren. Im Wahlkampf Clinton gegen Trump kam jedoch hinzu: Je mehr Polarisierung, desto besser für Trump. Denn schließlich setzte er selbst auch auf Krawalle.

Welchen Einfluss hatten die Anzeigen?

Welche Auswirkungen die Anzeigen tatsächlich auf den Wahlkampf hatten, darüber wird diskutiert. Es ist schwer nachzuvollziehen, ob und wie die Werbeanzeigen Wahlentscheidungen beeinflusst haben. 

Für Russland war das Ganze auf jeden Fall eine günstige Möglichkeit, Einfluss auszuüben. Für Twitter, Google und Facebook war die Wahlkampagne hingegen eine peinliche Angelegenheit: Zum Beispiel hatte Twitter dem Sender "Russia Today" aktiv einen signifikanten Anteil der Werbeplätze angeboten.