Das zweite TV-Duell im US-Wahlkampf. Ständig unterbricht Donald Hillary, erklärt ihr die Welt. Ziemlich nervig. Er ist nicht der einzige, und für das Phänomen gibt es sogar einen Begriff: Mansplaining. Ist da was dran?

Männer, die die Welt erklären. Das hat es schon lange vor Donald Trump gegeben. Den Begriff "Mansplaining" gibt es noch nicht so lange wie das Phänomen selbst. Aber er sorgt immer wieder für Diskussionen. Zum Beispiel macht gerade ein kleines Filmchen bei Facebook die Runde und beschäftigt sich genau damit: Männer klauen Frauen das Wort. Unterbrechen, verbessern, stellen richtig - ein Machtspielchen.

Angefangen hat es 2008 mit der Schriftstellerin Rebecca Solnit. Besser gesagt mit einem Typen, auf dessen Party sie eingeladen war. Der Gastgeber erklärt Solnit etwas über einen ganz tollen Fotografen, einen Pionier der Fototechnik. Endlos erzählt er ihr über dieses großartige Buch, was da über Eadweard Muybridge erschienen sei.

Solnit kommt nicht so recht dazwischen. Unbefriedigend. Rebecca Solnit wird später einen Essay schreiben. Er trägt den Titel: Wenn Männer mir die Welt erklären (im Original "Men Explain Things to Me"). Was der Gastgeber damals nicht mitbekommen hat: Solnit kennt das Buch ziemlich gut. Sie selbst ist nämlich die Autorin.

Das Wort Mansplaining kam dann irgendwann später dazu. Rebecca Solnit will nicht alle Männer über einen Kamm scheren. Und außerdem sind die Männer nicht mit dem Problem allein. Es gibt natürlich auch Frauen, die über den Mund fahren und belehren.

Eigentlich kann man das ganze auch kurz zusammenfassen: Donald Trump hat uns mal wieder gezeigt, wie nervig es ist, sein Gegenüber nicht ausreden zu lassen. Aber: Natürlich sollten beide Teilnehmer an einem Dialog dem jeweils anderen auch Rede-, Antwort- und Kontermöglichkeiten einräumen.

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