Drei Frauen und drei Männer dürfen ein Jahr zu Forschungszwecken auf Hawaii leben. Klingt fantastisch. Das Problem: Spazieren gehen nur im Schutzanzug, Kontakt zu anderen Menschen nur digital: Eine Mars-Simulation.

Bei Hawaii denken wir an paradiesische Zustände. Üppige Flora und wunderbare Badestrände. Von all dem haben die Teilnehmer einer Mars-Simulation nicht viel mitbekommen. Sie konnten weder baden gehen noch Rundreisen über die Insel unternehmen.

Die sechs Frauen und Männer haben ein Jahr lang das Leben auf dem Mars simuliert. Das Meer konnten sie noch nicht einmal von Weitem sehen. Sie befanden sich in Sichtweite des Vulkans Mauna Loa und wohnten relativ beengt in einer kleinen Station. Zu essen gab es Gefriergetrocktenes. Die Ausbeute an selbst angepflanzten Tomaten war enttäuschend: Zwölf Stück brachte die Ernte eines Jahres. Für die Nutzung des Laufbandes mussten sie Schlange stehen.

Überlebenswichtig: Die Gruppe als Einheit

Auch aus psychologischer Sicht wurde das Experiment beobachtet. Ein Leben auf so einem beengten Raum abgeschirmt von der restlichen Zivilisation führte zwangsläufig zur Grüppchenbildung. Die Teilnehmer des Versuchs waren jedoch in der Lage als Einheit wieder zueinanderzufinden.

Geophysikerin Christiane Heinicke.
© dpa
Geophysikerin Christiane Heinicke hat am Mars-Experiment auf Hawaii teilgenommen.

Highlight: Im Schutzanzug Lavastein-Höhlen erkunden

Neben dem Anpflanzen von Nahrungsmitteln gab es auch ein Experiment zur Wassergewinnung. Innerhalb einer Woche sammelt die Frauen und Männer ein Liter Wasser aus einem Quadratmeter Boden. "Ziemlich respektabel", findet die Geophysikerin Christiane Heinicke, die ein Jahr lang beim Mars-Experiment dabei war und darüber gebloggt hat. Eines ihrer Highlights war das Erkunden von Lavastein-Höhlen - natürlich marsgerecht im Schutzanzug.

Mehr zum Mars-Experiment auf Christiane Heinickes Blog: