Aktuelle Serien wie Daily Dramas könnten die Coronakrise zum Beispiel in Form von sichtbaren Schutzmasken thematisieren. Bisher tun sie das nicht. Die Macher sagen: Weil wir das so wollen.

Obwohl wir jetzt schon seit ein paar Monaten mit dem neuartigen Coronavirus und den entsprechenden Präventionsmaßnahmen leben, ist in Filmen und Serien davon bisher nichts zu sehen. Bei manchen liegt das einfach an der Produktionszeit: Sie sind zum Beispiel vergangenes Jahr entstanden, als von Corona noch keine Rede war.

Doch andere Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Unter Uns" haben einen kürzeren Vorlauf, sie werden wenige Wochen vor Sendedatum gedreht. Die Figuren in den Serien könnten aktuell mit Mundschutz gezeigt werden. Und aktuelle gesellschaftliche Themen werden oft ja auch aufgegriffen, zum Beispiel der vermehrte Zuzug von Flüchtlingen im Jahr 2015.

"Man möchte sich gar nicht so mit tagesaktuellen Problemen auseinandersetzen, sondern eben auch mal fliehen."
Johannes Züll, Geschäftsführer der Produktionsfirma Studio Hamburg

Auf das Zeigen von Masken und Mundschutz wird bisher verzichtet. Johannes Züll, Geschäftsführer der Produktionsfirma Studio Hamburg, sagt, sie würden davon ausgehen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer keine Lust darauf hätten. Studio Hamburg produziert Serien wie "Tatortreiniger", "Bad Banks", "Rote Rosen" und das "Großstadtrevier".

"Wir alle sehen, dass bei den Zuschauern auch eine Form des Eskapismus vorhanden ist", sagt Johannes Hüll, "man möchte sich gar nicht so mit tagesaktuellen Problemen auseinandersetzen, sondern eben auch mal fliehen."

Das muss nicht so bleiben. Inzwischen wird zum Beispiel auch häufiger medizinisches Personal in Serien mit Mundschutz gezeigt, was früher anders war. Die Maske wird normaler, sagt Johannes Züll.

Infektionsschutz am Set

Unabhängig davon, ob die Figuren in Serien und Filmen mit Mundschutz zu sehen sind oder nicht: Auch Filmproduktionen unterliegen den Regeln für Infektionsschutz und müssen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Produktions- und Schauspielteams werden in Quarantäne geschickt, Abstandsvorschriften werden durchgesetzt, indem Drehbücher umgeschrieben und Kameraeinstellungen verändert werden.

Bei einem Tatort zum Beispiel wurde aus einer Kopfnuss ein Schlag mit einem Motorradhelm.