Das Urkilo hat seinen Wert über die Jahre verändert und ist jetzt 50 Mikrogramm zu leicht. Damit ist es jetzt unbrauchbar. Ersatz soll eine Konstante sein, die sich nie verändert.

Vielleicht hat da jemand zu exzessiv poliert? Das fragen sich die Forscher ernsthaft, denn schon vor einiger Zeit haben sie festgestellt: Das Urkilo - ein kleiner, kugelförmiger Metallklotz - ist leichter geworden. Es wiegt heute 50 Mikrogramm weniger als noch von 100 Jahren und ist damit als Maßstab ungeeignet. 

Die Ursache für den Gewichtsverlust ist übrigens nicht eindeutig geklärt. Das Putzen wird es nicht gewesen sein, wahrscheinlicher ist, dass mit der Zeit aus der Legierung Gase entwichen sind.  

Industrie braucht genaues Urkilo

Bemerkt wurde die Differenz von 50 Mikrogramm, weil Kopien des Urkilos hergestellt wurden, die mit dem Original in Paris vergleichen wurden. Für uns zu Hause auf der Waage sind 50 Mikrogramm unerheblich - so viel wiegt etwa eine Wimper - aber für die Industrie ist das ein Problem, sagt mir Jens Simon von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. 

"Wenn Sie die chemischen Analyselabore fragen, dann sagen die: Wow. So eine Unsicherheit können wir uns nicht leisten."
Jens Simon, Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Ein Beispiel, wo die Maßeinheit mikrogenau sein muss, ist die Pharmaindustrie, weil es hier um Medikamente geht. 

Um das Urkilo neu und für immer festzulegen, haben sich die Metrologen - so nennen sich die Experten fürs Messen - überlegt: Was ist eine Konstante, die sich nie verändert? 

Naturkonstante als Ersatz

Die Antwort: Naturkonstanten. Und auf deren Grundlage wird das Urkilo jetzt neu festgelegt - das Urkilo ist künftig gebunden an das Plancksche Wirkungsquantum. Das ist das Verhältnis von Energie und Frequenz eines Photons. Normalerweise haben damit nur Menschen zu tun, die Quantenmechanik oder Thermodynamik studiert haben. 

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