1841 schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben die bis heute umstrittene Zeile "Deutschland, Deutschland über alles". Mit diesem Lied auf den Lippen sind deutsche Soldaten der beiden Weltkriege in die Schlacht gezogen und haben millionenfaches Unheil angerichtet. Vielleicht glaubten manche von ihnen, im Sinne der Zeile zu handeln und Deutschland eine Machtposition zu erkämpfen, über andere Staaten zu herrschen. Ein blutiges Missverständnis?

Gemeint hatte Hoffmann von Fallersleben in jedem Fall etwas ganz anderes: In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Deutschland in Kleinstaaterei zersplittert. Gleichzeitig beanspruchte Frankreich während der Rheinkrise den Rhein als französische Ostgrenze. Dagegen setzte Hoffmann von Fallersleben den Gedanken, dass die Deutschen zusammenstehen müssten, um den Wunsch der Franzosen abzuwehren. Über den deutschen Einzelinteressen sollte ein gemeinsamer deutscher Staat stehen, in dem "Einigkeit und Recht und Freiheit als des Glückes Unterpfand" herrschen.

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Peter Mario Kreuter über die Absicht, die mit dem Lied in der Mitte des 19. Jahrhunderts verfolgt wurde
  • Dieter Langewiesche über die Rheinkrise und das deutsch-französische Verhältnis
  • DRadio Wissen - Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Entstehungsgeschichte des Deutschlandlieds